So, 26. Mai 2019
20.01.2016 07:07

Torrnado.ru

Putins Internet-Berater besitzt Torrent-Website

Russlands Präsident Wladimir Putin hat kürzlich einen neuen Berater für Internet-Angelegenheiten ernannt: Herman Klimenko, schon bisher ein prominenter Internet-Experte der russischen Regierung. Eine von Klimenkos ersten Amtshandlungen: Er empfahl der Musik- und Filmindustrie, Internetnutzer nicht mit Website-Blockaden und ähnlichen Antipiraterie-Maßnahmen zu "terrorisieren". Pikantes Detail: Putins Berater besitzt eine Torrent-Website.

Raubkopien populärer Musikstücke und Filme sind für die Rechteinhaber ein weltweites Problem, das sie mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen. Dass nun ausgerechnet Putins Berater in Internetfragen ihnen vorwirft, Nutzer mit Website-Sperren und Klagen zu "terrorisieren", dürfte vielen von ihnen sauer aufstoßen. Vor allem angesichts dessen, dass sich Putins Mann fürs Internet kurz nach seinen Äußerungen als Besitzer einer Torrent-Website entpuppt hat, die etwa den Download von Kinofilmen gestattet.

Wie das Filesharing-Nachrichtenportal "TorrentFreak" unter Berufung auf Quellen aus Russland berichtet, zeigt sich bei einem Blick auf den "Whois"-Eintrag der Torrent-Website torrnado.ru, dass die Internetadresse auf eine Firma registriert ist, die Putin-Berater Herman Klimenko zugeschrieben wird. Die Besitzstrukturen sind verschachtelt. Die Firma, der die Torrent-Website gehört, ist mit einer anderen Firma verbunden, die Klimenko gehört. Und die Geschäftsführerin jener Firma, der die Torrent-Website gehört, soll eine Angestellte des Putin-Beraters sein.

"Torrents sind eine unglaubliche Sache"
Mittlerweile hat sich Klimenko selbst über Facebook zu der Angelegenheit zu Wort gemeldet und eine Reihe kryptischer Postings abgesetzt. Torrents seien eine unglaubliche Sache: Für sich genommen seien sie nichts illegales, schreibt der Putin-Berater. Freilich müsse man als Betreiber einer Torrent-Website mit den Rechteinhabern zusammenarbeiten und ihnen bei der Bekämpfung von Piraterie helfen, dann sollte das Betreiben einer Torrent-Website aber auch straffrei sein.

Ungeachtet seiner Postings dürfte Klimenko nach Bekanntwerden seiner Verbindungen zu der Torrent-Website kalte Füße bekommen haben. Dem Bericht zufolge hat er nämlich kurz nach ersten Berichten über seine Verwicklungen seinem Sohn Yuri einige seiner Interessen übertragen. Durchaus möglich, dass auch die Firma, über die Klimenko mit torrnado.ru verbunden ist, zu diesen Interessen zählt. Unklar bleibt derweil, wie sich die Verwicklungen Klimenkos auf seine Position als Putin-Berater auswirken werden.

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