Mo, 20. Mai 2019
19.01.2016 09:12

Gegen Hass im Netz

Facebook gründet Initiative für Zivilcourage

Facebook will der wachsenden Zahl von Hass-Kommentaren in seinem sozialen Netzwerk mit Maßnahmen zur Förderung von Gegenrede und Dialog begegnen. "Facebook ist kein Ort für die Verbreitung von Hassrede oder Aufrufe zu Gewalt", sagte die Geschäftsführerin des US-Unternehmens, Sheryl Sandberg, am Montag in Berlin. Sie kündigte an, Facebooks technologische Expertise sowie Finanzhilfen im Kampf gegen Online-Radikalismus bereitzustellen.

Gemeinsam mit Partnern von staatlicher und zivilgesellschaftlicher Seite stellte Sandberg in der deutschen Bundeshauptstadt Facebooks europaweite "Initiative für Zivilcourage Online" vor. Die Initiative werde Nichtregierungsorganisationen, die sich gegen Extremismus einsetzen, mit rund einer Milliarde Dollar (918 Millionen Euro) fördern und in Marketingfragen beraten, teilte das Unternehmen mit.

Dabei gewonnene Erkenntnisse zum Umgang mit Online-Extremismus würden anderen zur Verfügung gestellt und die wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas gefördert. Deutschland, das nach Unternehmensangaben 27 Millionen aktive Facebook-Nutzer hat, soll dabei Hauptstandort für die europaweit geltende Plattform zur Gegenrede werden.

"Stimme des Friedens, der Wahrheit und der Toleranz"
Die intensive Debatte um die Flüchtlingskrise zeige, wie sehr die Welt inzwischen vernetzt sei, sagte Sandberg. Es brauche daher partnerschaftliches Handeln von Gesellschaft, Unternehmen und Staat, um sicherzustellen, dass "die Stimmen des Friedens, der Wahrheit und der Toleranz gehört werden".

Der am Projekt beteiligte Politikwissenschaftler Peter Neumann betonte, dass das bereits zuvor von Facebook angekündigte Löschen von Hasskommentaren binnen 24 Stunden nur ein Teil der Lösung sein könne. Um nicht in die Totalzensur abzurutschen, müsse eine Gegenöffentlichkeit im Netz geschaffen und gefördert und der Zusammenhang zwischen Online-Hass und Offline-Gewalt besser verstanden werden. Auch müssten Polizei und Geheimdienste Extremisten im Netz noch besser observieren.

Ruf nach "digitaler Zivilgesellschaft"
Laut Facebooks PR-Manager für Europa, Richard Allan, sollten in spätestens einem Jahr erste konkrete Ergebnisse vorzuweisen sein, wie Online-Extremismus effektiv bekämpft werden könne. Dabei sei es wichtig, zwischen "robuster" Kritik beispielsweise an Kriegseinsätzen und eindeutigen Hassbotschaften, die gegen Gesetze verstoßen, zu unterscheiden.

Anetta Kahane von der ebenfalls beteiligten Amadeu-Antonio-Stiftung, die sich gegen Rechtsextremismus engagiert, sagte, es liege vor allem an den Nutzern, legitime von illegitimer Kritik zu unterscheiden und zu melden. Hasserfüllte Debatten im Netz seien eine "Herausforderung für die Umgangskultur unserer Zukunft", weshalb eine "digitale Zivilgesellschaft" sich diesen Raum umfassend erschließen müsse.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Ist verantwortlich“
Liste Jetzt stellt Misstrauensantrag gegen Kurz
Österreich
krone.at-Sportstudio
LASK fliegt zu Arsenal ++ Özil speist mit Erdogan
Video Show Sport-Studio
Das ging ins „Auge“
Ronaldo: Das Hoppala mit dem Meisterschaftspokal
Fußball International
Neuwahlen auch in OÖ?
Linzer SP-Stadtchef kündigt Arbeitsabkommen mit FP
Oberösterreich
341.000 Euro am Konto
Flossen Parteispenden über FPÖ-nahen Verein?
Österreich
Das Boateng-Drama
Die Einsamkeit des vergessenen Bayern-Stars
Fußball International
Bewunderer von Zidane
PSG-Superstar Mbappe denkt über einen Wechsel nach
Fußball International
Anwalt sieht „Skandal“
Ärzte stoppen Ernährung von Komapatient
Welt
Heißes Gerücht
Ex-Rapid-Sportchef Bickel: Ab zu Hannover 96?
Fußball International

Newsletter