Mi, 22. Mai 2019
22.01.2016 16:22

Differenzieren nötig

Die vielen Gesichter des Schmerzes

Schmerzen sind vielfältig. Und daher sollten Sie, um Hilfe zu bekommen, Beschwerden möglichst genau beschreiben.

Wie:

  • Metallspäne unter der Haut
  • Kochen oder Blubbern
  • Chilipfeffer im Mund
  • Ein schlimmer Sonnenbrand, der nicht weggeht
  • Stechen mit heißen Stricknadeln

Haben Sie schon einmal versucht, Schmerzen so zu beschreiben? Nein, weil Sie glauben, dass der Arzt damit nichts anfangen kann?

Genau das ist oft das Problem bei der Anamnese, denn solche Beschwerden lassen sich mit technischen Geräten nicht messen, sie müssen erklärt werden. Besonders problematisch zeigt sich dieses Vorhaben, wenn es um Schmerzen durch Nervenschädigung, Neuropathien, geht. Denn sie machen Betroffenen das Leben zur Hölle.

"Dieser Schmerz ist sehr spitz, vielfältig, sehr schnell und oft schwer beherrschbar in seiner Stärke. Je nach Indikation sind es Krankheitsbilder, die einer ursächlichen Behandlung nicht zugänglich sind", beschreibt Dr. Wolfgang Wiesmayr aus Vöcklabruck die besonderen Herausforderungen bei der Therapie anlässlich eines Kongresses in Graz.

Schmerzen warnen, dass etwas nicht stimmt
Es gibt natürlich auch noch viele andere Formen dieses Alarmsignals - ohne Missempfindungen könnten wir nicht überleben, zeigen sie doch, dass etwas nicht stimmt. Das gilt vor allem für akuten, kurzfristigen Schmerz durch Verletzungen oder Infektionen. Hier ist es noch relativ leicht, eine Diagnose zu stellen.

Schwieriger wird es da schon bei langfristiger oder wiederkehrender Pein, wie etwa bei Arthrose, Gelenkproblemen, Migräne oder Verletzungsfolgen. Immerhin stöhnt jeder vierte Österreicher unter der Last chronischen Schmerzes - ab 75 ist es sogar jeder zweite. Die Behandlung zielt zwar zunächst auf die Grunderkrankung, nicht immer ist diese aber behebbar. Zudem "verselbstständigt" sich das Problem häufig und der Schmerz wird selber zur Krankheit.

Fehlgeleitete Kommunikation als Problem
Häufig stört mangelnde oder fehlgeleitete Kommunikation zwischen Arzt und Patient einen erfolgreichen Therapiestart, das wissen Experten sogar aus Erfahrung. Dr. Gottfried Thalhammer, Allgemeinmediziner aus Rohrbach an der Lafnitz und Lehrbeauftragter an der MedUni Graz: "Ich habe durch einen Bandscheibenvorfall mit Nervenwurzelirritation selbst neuropathischen Schmerz erlebt. Dabei hatte ich das Gefühl, ich kann den Schmerz zwar beschreiben, dies wird vom Arzt zwar wahrgenommen, aber nicht wirklich verstanden."

Oft sind Mediziner in einer fachlichen Sprache verankert und/oder verlassen sich zu sehr auf die Bildgebung in der Symptomabklärung. Dr. Thalhammer: "Der Blick fällt dann weniger darauf, wie der Betroffene empfindet und sich der Schmerz individuell auswirkt. Davon hängt aber ab, mit welchen Möglichkeiten er beeinflusst werden kann."

Also: Keine falsche Scham. Wagen Sie wort- und detailreiche Schilderung Ihres peinigenden Zustandes!

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