Mi, 12. Dezember 2018

Urteil in Australien

28.09.2015 09:45

Facebook-Entfreundung ist Mobbing am Arbeitsplatz

Sind Sie mit Ihren Arbeitskollegen auf Facebook befreundet? Ja? Dann sollten Sie es auch besser bleiben. Das "Entfreunden" könnte andernfalls vor Gericht als Mobbing am Arbeitsplatz gewertet werden. So geschehen zumindest jetzt im australischen Tasmanien.

Dem ungewöhnlichen Urteil des australischen Arbeitsgerichts vorausgegangen war die Klage der Immobilienmaklerin Rachel Roberts, die seit 2012 für eine Immobilienkanzlei im tasmanischen Newstead tätig ist. Wie news.com.au berichtet, listete Roberts 18 Fälle auf, in denen sie von ihrer Kollegin Lisa und dessen Ehemann sowie Unternehmenschef James Bird "herabgesetzt und gedemütigt" worden war.

Demnach sei es Roberts unter anderem - im Gegensatz zu anderen Mitarbeitern - nicht erlaubt gewesen, die Klimaanlage zu regulieren. In einem anderen Fall war sie von Lisa Bird als "ungezogenes kleines Schulmädchen, das zum Lehrer rennt" bezeichnet worden, nachdem sie sich bei Lisas Ehemann James erkundigt hatte, warum keine der von ihr betreuten Immobilien in der Auslage zu finden sei.

In Sorge, dass ihre Kollegin den Vorfall auf Facebook kommentieren würde, loggte sich Roberts kurz darauf in das soziale Netzwerk ein - nur um festzustellen, dass sie von Lisa Bird "entfreundet" worden war.

Facebook-Entfreundung zeugt von "mangelnder emotionaler Reife"
Die australische Fair Work Commissions sah darin einen eindeutigen Beleg für Mobbing am Arbeitsplatz. Frau Bird habe die erste Gelegenheit genutzt und einen Schlussstrich unter die Beziehung mit Frau Roberts gesetzt, als sie sie als Freund auf Facebook entfernt habe, so das Arbeitsgericht.

Birds "Entfreundung" auf Facebook zeuge von "einem Mangel emotionaler Reife" und sei bezeichnend für "unvernünftiges Verhalten", befand das Gericht und forderte das Ehepaar auf, das Mobbing einzustellen.

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