Strafverfolgung

Apple verweigerte US-Behörden Einsicht in iMessage

Web
08.09.2015 10:34
Die konsequente Verschlüsselung bei Apples hauseigenem Kurzmitteilungsdienst iMessage sorgt laut einem Zeitungsbericht für handfesten Streit mit US-Behörden. Im Sommer habe das Justizministerium bei Ermittlungen mit einem Gerichtsbeschluss gefordert, dass Apple Nachrichten von Verdächtigen in Echtzeit aushändige, schrieb die "New York Times" am späten Montag. Apple habe sich jedoch geweigert - der Konzern betont, er habe selbst keinen Zugang zu den verschlüsselten Nachrichten.

Einige ranghohe Beamte des Justizministeriums und der Bundespolizei FBI hätten sich dafür ausgesprochen, Apple deswegen vor Gericht zu zerren, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mehrere aktuelle und frühere Mitarbeiter der Behörden. Bei dem Ermittlungsverfahren sei es um einen Kriminalfall um Drogen und Waffen gegangen.

Apple habe schließlich einige gespeicherte Nachrichten aus dem Online-Speicherdienst iCloud herausgerückt, schrieb die "New York Times". Dies sei möglich gewesen, weil die Nachrichten bei der Kommunikation zwischen zwei Nutzern zwar direkt auf den Geräten verschlüsselt und entschlüsselt würden, in der iCloud aber unverschlüsselt lagerten, hieß es. Die Beamten hätten den Schritt von Apple als Zeichen für Kooperation gewertet, schrieb die Zeitung.

Unternehmen wie Apple und Google hatten nach den Enthüllungen Edward Snowdens über die ausufernde Überwachung des Internets durch Geheimdienste wie die NSA ihre Aufmerksamkeit verstärkt Verschlüsselungstechnologien gewidmet. US-Behörden hatten dieses Verhalten scharf kritisiert, weil es ihrer Meinung nach die Verbrechensbekämpfung erschwere. Ein Rechtsstreit vor Gericht könnte das ohnehin schon angespannte Verhältnis zwischen Behörden und IT-Konzernen weiter verschärfen.

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