23.07.2015 12:13 |

Fahrdienst-Disput

New Yorks Bürgermeister knickte vor Uber ein

Die Stadt New York hat ihre Pläne begraben, den umstrittenen Fahrdienst-Anbieter Uber auszubremsen. Der Stadtrat versenkte seine Pläne, dem Unternehmen für ein Jahr lang nur ein Wachstum um ein Prozent zu erlauben. Die für diesen Zeitraum geplante Untersuchung, wie sich Fahrdienst-Anbieter wie Uber auf Verkehr und Umwelt auswirken, schrumpft auf vier Monate.

Uber hatte eine aggressive Kampagne gegen die Pläne gefahren und Bürgermeister Bill de Blasio persönlich ins Visier genommen. Das Unternehmen konnte sich zudem auf seine Beliebtheit bei den New Yorkern stützen. Auch die drei großen Zeitungen der Stadt hatten Stimmung gegen die Pläne der Verwaltung gemacht.

De Blasios Büro teilte mit, die Pläne zur Begrenzung der Expansion von Uber seien vorerst auf Eis gelegt. Zunächst werde geprüft, welche Auswirkungen die Fahrdienste auf Verkehrsaufkommen und Umweltbelastung hätten. Diese Untersuchung werde bis Ende November dauern. Uber müsse im Gegenzug "mehr und exaktere Daten als bisher" liefern. Der Kompromiss sei "schlau und fair", erklärte De Blasio.

Uber kritisierte Bürgermeister scharf
Uber hatte dem Bürgermeister vorgeworfen, er wolle 10.000 Jobs vernichten und die von Taxis vernachlässigten Stadtteile jenseits von Manhattan eine wichtige Dienstleistung vorenthalten. Der Bürgermeister sei von den Taxiverbänden gekauft. Auch die drei großen New Yorker Zeitungen - "New York Times", "New York Post" und "Daily News" - kritisierten das nun begrabene Gesetz heftig.

Uber vermittelt über Smartphone-Apps und im Internet Fahrten von Privatleuten und deren Autos. In New York sind nach Angaben des Unternehmens schon rund 20.000 Autos für Uber unterwegs - das sind mehr als die 13.587 Taxis in der Stadt. Und die Beliebtheit der berühmten "Yellow Cabs" sinkt: Im April wurden täglich im Schnitt rund 435.500 Taxi-Fahrten registriert; zehn Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

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