Ab dem kommenden Jahr müssen Krypto-Börsen neue Meldepflichten einhalten und Name, Adresse sowie Jahressummen für Käufe, Verkäufe und Übertragungen auf Wallets jedes Kunden ans Finanzamt melden. Hintergrund ist die EU-Amtshilferichtlinie DAC8. Der Verein Bitcoin Austria warnt vor Sicherheitsrisiken und will rechtlich gegen die neuen Regeln vorgehen.
Mit der Richtlinie soll der automatische Austausch von Steuerdaten zwischen den Mitgliedstaaten ausgeweitet werden. In Österreich wurde sie mit dem Krypto-Meldepflichtgesetz umgesetzt. Für den Verein bergen die gesammelten Daten aber die Gefahr, zu einer „Zielliste für Betrüger, Erpresser und Entführer“ zu werden, schreibt Bitcoin Austria auf seiner Homepage. Gefordert werden daher unter anderem kürzere Speicherfristen sowie eine Ausnahme für Wallet-Übertragungen und Begrenzungen beim Datenzugriff.
Auf Initiative des Vereins hat Anwalt Oliver Völkel Beschwerde bei der Datenschutzbehörde in Österreich eingereicht. „Ziel von DAC8 ist die Bekämpfung von Steuerhinterziehung. Die Verpflichtungen gehen aber zu weit und schaffen reale Gefahren“, so Völkel im Gespräch mit dem „Standard“. „Gelangen solche Informationen in die falschen Hände, dann kann das Kriminelle auf den Plan rufen.“
Österreich ist nicht das einzige Land, in dem die Richtlinie für Unmut sorgt, in Frankreich macht beispielsweise Bull Bitcoin gegen die Umsetzung von DAC8 mobil.
Ziel ist Verfassungsgerichtshof
Völkels Ziel ist es, dass sich der Verfassungsgerichtshof in Österreich mit dem Thema beschäftigt. Die Datenschutzbehörde werde seine Beschwerde wohl abweisen, könnte aber die Sicherheitsbedenken untersuchen, sagte er. Danach wolle er vor das Bundesverwaltungsgericht und schließlich vor den VfGH ziehen. Dieser könne die österreichischen Regeln prüfen und die Frage dem Europäischen Gerichtshof vorlegen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.