Häftling getürmt
Fußfessel mit Billig-Universalschlüssel geöffnet
Ein Häftling in Deutschland hat sich mit einem frei erhältlichen Universalschlüssel von seiner Fußfessel befreit. Der Schlüssel kostet im Internet nur wenige Euro.
Nordrhein-Westfalens Justizminister Benjamin Limbach informierte den Rechtsausschuss des Landtags vertraulich über den Vorfall. Demnach verfügten die eingesetzten Fußfesseln nicht über individuelle Schlösser.
Bei Arzttermin Fersengeld gegeben
Ein 34 Jahre alter Häftling nutzte die Sicherheitslücke bereits im Oktober aus. Während eines Arztbesuchs öffnete er seine Fußfessel und ergriff anschließend die Flucht. Der mehrfach vorbestrafte Häftling (34) hatte Mitte Oktober zwei Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Essen zu einem Termin in einer Arztpraxis begleitet. Im Stiegenhaus überwältigten zwei maskierte Männer die beiden Justizbeamten, danach flüchteten alle drei.
Fußfesseln des Häftlings wurden geöffnet
Bereits im April wurde in einer Antwort der schwarz-grünen Landesregierung auf eine FDP-Anfrage im Landtag publik, dass die Justiz zwar nicht die Handschellen mit Universalschloss, wohl aber „ein vergleichbares Fesselsystem als Fußfessel“ nutzt. Solche Fußfesseln hatte der Untersuchungshäftling an, als er befreit wurde.
Ob die Helfer des Häftlings sich den Schlüssel dafür zum Beispiel im Internet selbst besorgten oder ihnen ein Gefängnis-Bediensteter half, wird noch ermittelt. Bei einem Beamten der JVA Essen, der wegen Korruptionsverdacht verhaftet wurde, wurden laut Ministerium zumindest zu Hause keine nachgemachten Schlüssel gefunden. Alle Abläufe und Vorkehrungen bei Gefangenenausführungen sollen überprüft werden, dazu gehöre auch die „Fesselung“.

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