DJ Ötzi zählt zu den erfolgreichsten Künstlern in der Schlagerwelt. Inzwischen hat er über 16 Millionen CDs verkauft, zwei seiner Singles waren Millionen-Seller und standen auf Platz 1 der Charts. Aber Gerry Friedle, wie der Sänger bürgerlich heißt, hat auch die Schattenseiten des Lebens kennengelernt.
Seine Mutter gab Friedle nach der Geburt zu Pflegeeltern ab. Mit Anfang 20 wurde er obdachlos. „Als Kind habe ich mich oft gefragt, wo ich eigentlich dazugehöre. Später, als ich obdachlos war, ging es darum, den nächsten Tag zu schaffen“, berichtet Friedle im Interview mit dem „Tiroler Sonntag“.Die Erinnerungen würden ihn bis heute begleiten, berichtete Kathpress. Aus eigener Erfahrung wisse er, wie viel Hilfe bedeuten könne, wenn es einem schlecht gehe. Deshalb wolle er etwas zurückgeben.
Sieht sich als „Mann für Amore“
„Wenn ich mit meiner Bekanntheit auf wichtige Anliegen aufmerksam machen und Menschen unterstützen kann, mache ich das von Herzen gerne“, berichtete Friedle, der etwa die Wärmestube Salzburg und Wings for Life unterstützt. Der Schlagersänger nennt sich selbst auch „Mann für Amore“, der andere Menschen glücklich machen will. In einer schweren Zeit hätten ihm die Liebe seiner Familie und die Musik eine neue Richtung gegeben. „Heute tut es mir gut, anderen Freude zu schenken – vielleicht auch, weil ich weiß, wie sehr man sie manchmal braucht“, so Friedle, Vater einer Tochter und seit 2001 mit seiner Frau Sonja verheiratet.
Glaubt, betet und pilgert
„Zu Hause bin ich einfach der Gerry – Ehemann und Papa. Da spielt es keine Rolle, wie viele Platten ich verkauft habe. Meine Familie gibt mir Halt und sagt mir auch ganz ehrlich, wenn ich einmal danebenliege. Das ist viel wert“, erzählte Friedle. Aber auch sein Glaube, das Beten und das Pilgern schenkten ihm Kraft. Im Leben sei nichts selbstverständlich, so der Künstler, der 1999 quasi über Nacht mit seinem Hit „Anton aus Tirol“ zum Star wurde. Im Gebet gehe es ihm daher „nicht nur darum, um etwas zu bitten, sondern auch darum, Danke zu sagen“. Das Pilgern habe ihm geholfen, „manches klarer zu sehen und bewusster wahrzunehmen, was mir im Leben wichtig ist“, so Friedle, der auch schon auf dem Jakobsweg unterwegs war.
Weltpolitische Stituation macht ihm Sorgen
Im Blick auf die aktuelle Nachrichtenlage mache ihm vieles Sorgen, darum sei es so wichtig, „aufeinander zu schauen“, betonte der Sänger. „Hoffnung geben mir oft die kleinen Dinge: Wenn jemand hilft, zuhört oder einem anderen Mut macht. Das erinnert mich daran, wie viel Gutes in den Menschen steckt.“
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