Seit 1966 prägen zahlreiche „Star Trek“-Serien und Kinofilme Generationen von Zuschauern. Während Helden wie Patrick Stewart (Jean-Luc Picard), Leonard Nimoy (Spock), Nichelle Nichols (Nyota Uhura), DeForest Kelley („Pille“ McCoy), Walter Koenig oder Anton Yelchin (Pavel Chekov) und Mark Lenard (Sarek) bereits von uns gegangen sind, jedoch unvergessen bleiben, weilen andere Ikonen aus dem Roddenberry-Universum noch unter uns.
1966 brachte Drehbuchautor Gene Roddenberry (1921 bis 1991) die Ursprungsserie (Star Trek: The Original Series) ins Fernsehen. Seine Vision war eine utopische, optimistische Zukunft der Menschheit, in der Armut, Rassismus und Kriege überwunden sind und Geld keine Rolle mehr spielt.
Seit der Premiere von „Raumschiff Enterprise“ haben etliche Kinofilme und Ableger der Serie das Franchise zum Kultphänomen entwickelt. Hunderte Schauspieler „beamten“ sich an Bord verschiedener Raumschiffe und schrieben so Filmgeschichte. Nach dem Tod von Walter Koenig, der als Pavel Chekov bekannt wurde, leben von der ursprünglichen Hauptbesetzung nur noch zwei Darsteller: William Shatner und George Takei.
William Shatner (95): Der legendäre Captain James T. Kirk
Bei der Frage, wer der beste Captain der Enterprise war, sind sich viele „Trekkies“ einig: James T. Kirk. Mit dieser Rolle wurde der kanadische Schauspieler William Shatner zum Weltstar. Von 1966 bis 1969 kommandierte er das wohl berühmteste Raumschiff der Fernsehgeschichte.
Dabei war der damals 35-Jährige keineswegs die erste Wahl: In der ersten Star-Trek-Folge stand noch Jeffrey Hunter, berühmt für seine markanten Gesichtszüge und stechend blauen Augen, als ernster Captain Christopher Pike auf der Brücke. Erst als der Sender NBC den ersten Versuch ablehnte und Hunter für den zweiten Anlauf absagte, übernahm Shatner die Rolle des entschlossenen und prinzipientreuen Raumschiffkapitäns.
Der Kanadier verlieh dem prinzipientreuen Raumschiffkapitän eine unverwechselbare Mischung aus Charisma, Entschlossenheit und Abenteuerlust. Mit seinem Charme eroberte er nicht nur die Herzen zahlreicher weiblicher Figuren an Bord und auf fremden Planeten, sondern auch jene des Publikums. Es war der Beginn einer jahrzehntelangen Weltkarriere.
Später verzeichnete Shatner auch abseits der „Original Series“ Erfolge, unter anderem mit den Serien „T. J. Hooker“ und „Boston Legal“. Im Oktober 2021 erfüllte er sich einen besonderen Traum: Im Alter von 90 Jahren flog er mit einem Raumschiff des Unternehmens Blue Origin tatsächlich ins Weltall. Damit kam der einst fiktive Weltraumkapitän auch im wahren Leben den Sternen ganz nah.
Sulu: Captain Kirks langjähriger Steuermann
Immer an James (Tiberius) Kirks Seite: Steuermann George Takei aka Hikaru Sulu. Der US-Schauspieler mit japanischen Wurzeln gehörte von Anfang an zur Crew der Enterprise, verkörperte die Figur auch in sechs Kinofilmen und stieg schließlich selbst zum Captain auf. Seine Bekanntheit nutzte der Schauspieler für gesellschaftliches Engagement.
Im Jahr 2005 outete sich Takei als homosexuell und engagierte sich fortan verstärkt für die Rechte gleichgeschlechtlich liebender Menschen.
Auch im Broadway-Musical „Allegiance“ wirkte er mit. Dieses thematisiert die Internierung japanischstämmiger Amerikaner im Zweiten Weltkrieg – für Takei eine traumatisierende Kindheitserfahrung, über die er auch öffentlich sprach. Dank seiner markanten Baritonstimme war er auch als Synchronsprecher aktiv („Mulan“), zudem spielte er in Gastauftritten in Serien wie „Futurama“ oder „The Big Bang Theory“ als Kultfigur Sulu mit.
Picard über William Riker: „Make it so!“
Ebenfalls die rechte Hand seines Captains war Jonathan Frakes als Commander bzw. Erster Offizier William T. (Thomas) Riker. In „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ wurde der Feschak zwischen 1987 und 1994 zum Publikumsliebling.
Doch schon bald nahm er hinter den Kameras Platz. Als Regisseur inszenierte er unter anderem die „Star Trek“-Filme „Der erste Kontakt“ und „Der Aufstand“ sowie zahlreiche Episoden verschiedener Serien des Franchise. In „Star Trek: Picard“ kehrte er erneut als Riker vor die Kamera zurück und folgte Picards Anweisung „Make it so!“ (Machen Sie es so, Anm.).
Ende der 90er-Jahre grub er sich in der Mystery-Serie „X-Factor: Das Unfassbare“ mit seinem Standardsatz „War diese Geschichte wahr oder haben wir sie uns nur ausgedacht?“ ins kollektive Gedächtnis und wurde zum beliebten Internet-Meme. Obwohl er sich zunehmend der Regiearbeit widmete, kehrte er immer wieder als William Riker zurück – etwa in Voyager, Enterprise oder der Animationsserie Family Guy.
Marina Sirtis (71): Die empathische Deanna Troi
Als Counselor Deanna Troi stand Marina Sirtis der Enterprise-Besatzung mit psychologischem Einfühlungsvermögen zur Seite. Die britisch-amerikanische Schauspielerin verkörperte die halb menschliche, halb betazoidische Beraterin in „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ auch in mehreren Kinofilmen.
Marina trat auch in späteren „Star Trek“-Produktionen immer wieder als Troi auf. Ihre Beziehung zu Commander Riker gehört zu den bekanntesten Liebesgeschichten der Reihe.
Unvergessen bleibt auch Trois Mutter Lwaxana, die Captain Picard mit ihren unverhohlenen Annäherungsversuchen nicht nur einmal an die Grenzen seiner Belastbarkeit brachte. Gespielt wurde die Betazoidin übrigens von Gene Roddenberrys Frau Majel Barrett, die schon in den Orginals Series 1966 als die Spock verehrende Christine Chapel auftrat. Majel verlieh jahrzehntelang zahlreichen Enterprise-Computern eine Stimme.
Captain Janeway schrieb Fernsehgeschichte
Kate Mulgrow, heute 71, schrieb als erste Frau am Steuer der Enterprise Fernsehgeschichte. Von 1995 bis 2011 verkörperte sie die Rolle der wissbegierigen Captain Kathryn Janeway und kämpfte sich mit ihrer Crew durch den weit entfernten Delta-Quadranten.
Erfolgreich blieb sie auch ohne Seven of Nine (Jeri Ryan), Tuvok (Tim Russ), Tom Paris (Robert D. McNeill) oder auch MHN (Das Medizinisch-Holografische Notfallprogramm). Sie brillierte als resolute Gefängnisinsassin Galina „Red“ Reznikov in der Netflix-Serie „Orange Is the New Black“. Später lieh sie Captain Janeway in der Animationsserie „Star Trek: Prodigy“ erneut ihre Stimme.
Brent Spiner: Ein Android mit Gefühl
Er liebte Katzen, fiedelte auf der Violine und strebte eisern nach dem Mensch-sein: Android Data. Brent Spiner eroberte in „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ als künstlicher Mensch die Herzen aller „Trekkies“. Später wirkte er in „Star Trek: Picard“ mit und war in Blockbustern wie „Independence Day“ zu sehen.
LeVar Burton (69) hatte den Durchblick
Mit seinem charakteristischen Visor wurde LeVar Burton als Chefingenieur Geordi La Forge unverwechselbar. Sieben Staffeln lang gehörte er zur Stammbesetzung von „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“. Doch schon vorab war Burton in „Roots“ zum Star avanciert.
In den USA prägte er außerdem Generationen von Kindern als Moderator der Bildungssendung „Reading Rainbow“. Auch er kehrte 2023 für die dritte Staffel von „Star Trek: Picard“ zurück.
Michael Dorn (73): Der Klingone Worf
Kaum ein anderer Schauspieler verkörperte so häufig dieselbe „Star Trek“-Figur wie Michael Dorn. Als Klingone Worf gehörte er zunächst zur Crew von Captain Picard, später wechselte er zur Raumstation „Deep Space Nine“.
Der für seine tiefe Stimme bekannte Schauspieler spielte Worf über Jahrzehnte hinweg in zahlreichen Serienepisoden und Kinofilmen. In der dritten Staffel von „Star Trek: Picard“ schlüpfte er 2023 erneut in seine wohl berühmteste Rolle.
Jeri Ryan (58): Die geheimnisvolle Seven of Nine
Mit ihrem Einstieg in die vierte Staffel von „Star Trek: Voyager“ wurde Jeri Ryan Ende der 1990er-Jahre zum internationalen Fernsehstar. Als ehemalige Borg-Drohne Seven of Nine, die als Kind gemeinsam mit ihren Eltern ins Kollektiv eingegliedert wurde, versucht Annika Hansen auf der Voyager, ihren Platz unter den Menschen zu finden.
Ryan spielte später unter anderem in den Serien „Boston Public“ und „Body of Proof“. Im Jahr 2020 feierte sie in „Star Trek: Picard“ ihre Rückkehr ins Science-Fiction-Universum. Spoiler: Am Ende der dritten Staffel übernahm ihre Figur sogar das Kommando über die Enterprise.
Robert Picardo (73): Der Doktor mit Humor
Als holografischer, pedantischer Schiffsarzt in „Star Trek: Voyager“ wurde Robert Picardo zum erklärten Publikumsliebling. Seine Figur, ursprünglich nur als medizinisches Notfallprogramm gedacht, entwickelte im Laufe der Serie eine eigenständige Persönlichkeit voller liebenswürdiger Eigenheiten.
Picardo war zuvor bereits in Filmen wie „Die Reise ins Ich“ und „Gremlins 2“ zu sehen. Auch als Richard Woolsey in der Science-Fiction-Reihe „Stargate“ wurde er einem breiten Publikum bekannt.
Whoopi Goldberg (70): Die geheimnisvolle Guinan
Hollywoodstar Whoopi Goldberg ist vielen vor allem aus Filmen wie „Ghost – Nachricht von Sam“, „Sister Act“ und „Die Farbe Lila“ bekannt. Doch auch im „Star Trek“-Universum hinterließ die Oscarpreisträgerin bleibenden Eindruck.
In „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“ verkörperte sie die geheimnisvolle Barkeeperin Guinan, die Captain Picard regelmäßig mit Rat und Lebensweisheiten zur Seite stand. In „Star Trek: Picard“ kehrte Goldberg Jahrzehnte später in diese Rolle zurück.
Anmerkung der Autorin: Aus Platzgründen kann dieser Artikel nicht alle lebenden Ikonen des Franchises würdigen, weshalb die Übersicht eine Auswahl darstellt. Selbstverständlich feiern und verehren wir alle Legenden, die das Roddenberry-Universum bis heute prägen.
Lassen Sie uns gerne in den Storykommentaren wissen, welcher Charakter ihr Allzeit-Favorit ist. (Die Autorin plädiert für James Doohan alias Montgomery „Scotty“ Scott.) Leben Sie lang und in Frieden!
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