Die Netzgebühren in Kärnten steigen im kommenden Jahr um satte 9,6 Prozent – in ganz Österreich sinken sie hingegen. Schuld daran sei der fehlende Regen, Investitionen und private PV-Anlagen. Kritik für die Erhöhung kommt von den Oppositionsparteien.
Nachdem voriges Jahr die Stromnetzkosten in Kärnten gesunken sind, müssen Stromkunden kommendes Jahr tiefer in die Tasche greifen. „Wir haben in den vergangenen Jahren von den Niederschlägen profitieren können, doch heuer war ein extrem trockenes Jahr, was sich auch auf die Stromproduktion auswirkte“, erklärt Eva Tatschl-Unterberger, Geschäftsführerin der Kärnten Netz.
Und genau der fehlende Regen sorgte dafür, dass Strom aus anderen Bundesländern zugekauft und eingespeist werden musste.
Investitionen und PV-Anlagen als Preistreiber
„Wir haben gedacht, wir sind mit unserer Eigenerzeugung ziemlich krisensicher – doch das ist leider nicht der Fall“, so Tatschl-Unterberger im „Krone“-Gespräch.
Nicht nur die Trockenheit treibt die Netzkosten in die Höhe. Neue Investitionen und die Selbstversorgung durch Photovoltaik-Anlagen treibe den Preis in die Höhe – für kommendes Jahr sind es rund 9,6 Prozent.
Kritik von Team Kärnten und FP
Die Erhöhung sorgt nicht nur bei den Endkunden für ordentlich Frust. Auch das Team Kärnten (TK) fordert die Kärntner Landesregierung dazu auf, dass sie sich in der Causa einschaltet, immerhin habe Kärnten die höchsten Netzgebühren von ganz Österreich. „Kärntner dürfen keine Bürger zweiter Klasse sein. Niedrige Kaufkraft und hohe Netzgebühren, das passt nicht zusammen“, so TK-Chef Gerhard Köfer.
Selbst Wirtschafts- und Energielandesrat Sebastian Schuschnig kritisiert die Erhöhung: „Obwohl Kärnten mit seinen Pumpspeicherkraftwerken einen beträchtlichen Beitrag zur österreichischen Stromversorgung leistet, werden wir bei den Netzkosten im Vergleich zu anderen Bundesländern erneut schlechtergestellt. Wenn es noch einen Beweis dafür gebraucht hat, dass man endlich über österreichweit einheitliche Netzkosten verhandeln muss, liegt er nun am Tisch.“
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