Was passiert, wenn eine Autorin auf medizinische Rehabilitation geschickt wird? Sie zieht aus eigenen Erfahrungen ein kritisch-feministisches Stück! Nun wird „Las Weinberge“ von Effe U. Knust als Auftragswerk des klagenfurter ensembles (ke) uraufgeführt.
Wenn Krankheit nicht mehr als Ausnahmezustand erscheint, sondern als gesellschaftliche Zustandsbeschreibung, ist nicht nur etwas faul im Staate Dänemark, sondern wir sind im Heute angelangt – in einer Zeit, die am Jugend- und Selbstoptimierungswahn krankt, während die Welt immer höheres Fieber hat und gesellschaftliche Systeme zunehmend ins leistungsorientierte Burnout rutschen.
Wer ist krank? Wer ist gesund?
Ausgehend von Alexandre Dumas’ „Kameliendame“, Thomas Manns „Zauberberg“ und Christine Lavants „Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus“ hat Knust autobiografische Reha-Erfahrungen mit literarischen Krankheitsnarrativen verwoben und diese kritisch-feministisch durchleuchtet – immer die Fragestellung im Kopf: „Wer ist krank, wer gilt als gesund und wer entscheidet das überhaupt?“
Die Antwort darauf ist ein intensives Kammerspiel, das die lungenkranke Jazmin auf Reha bei ihren Spaziergängen durch die Weinberge begleitet und daran gesellschaftliche Normierung ebenso festmacht wie Leistungsdruck, weibliche Selbstbestimmung und „die fragile Grenze zwischen Fürsorge und Kontrolle.“
Bereits die vierte Zusammenarbeit
Als Produktion des klagenfurter ensembles (in Koproduktion mit dem Grazer Theater Lend ) haben sich die Kärntner Regisseurin Anja M. Wohlfahrt und die in Wien lebende Autorin und Dramatikerin Effe U. Knust für ihre vierte Zusammenarbeit erneut an den Tisch gesetzt, „gemeinsam intensiv an der Endfassung gearbeitet und parallel dazu eine kleine Ausstellung mit verschiedenen Textfassungen konzipiert.“
In der Rolle der Jazmin ist Clara Diemling zu sehen, die heuer beim ke bereits für die Ernst-Jandl-Revue „kunstschmutzen“ auf der Bühne im Theater Halle 11 gestanden ist. Hier nun tritt der theatererfahrene Komponist und Kontrabassist Stefan Gferrer live mit seinen feinnervigen Eigenkompositionen in einen Dialog mit den textintensiven Reflexionen der Protagonistin. ke-Uraufführung ist am 4. November (20 Uhr), Karten telefonisch unter der Nummer: 0463/310 300.
ke-Uraufführung ist am 4. November, Karten unter : 0463/310 300. Irina Lino
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.