klagenfurter ensemble

„Las Weinberge“ – feministische Anamnese

Kärnten
29.10.2026 20:00

Was passiert, wenn eine Autorin auf medizinische Rehabilitation geschickt wird? Sie zieht aus eigenen Erfahrungen ein kritisch-feministisches Stück! Nun wird „Las Weinberge“ von Effe U. Knust als Auftragswerk des klagenfurter ensembles (ke) uraufgeführt.

Wenn Krankheit nicht mehr als Ausnahmezustand erscheint, sondern als gesellschaftliche Zustandsbeschreibung, ist nicht nur etwas faul im Staate Dänemark, sondern wir sind im Heute angelangt – in einer Zeit, die am Jugend- und Selbstoptimierungswahn krankt, während die Welt immer höheres Fieber hat und gesellschaftliche Systeme zunehmend ins leistungsorientierte Burnout rutschen.

Wer ist krank? Wer ist gesund?
Ausgehend von Alexandre Dumas’ „Kameliendame“, Thomas Manns „Zauberberg“ und Christine Lavants „Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus“ hat Knust autobiografische Reha-Erfahrungen mit literarischen Krankheitsnarrativen verwoben und diese kritisch-feministisch durchleuchtet – immer die Fragestellung im Kopf: „Wer ist krank, wer gilt als gesund und wer entscheidet das überhaupt?“

Die Antwort darauf ist ein intensives Kammerspiel, das die lungenkranke Jazmin auf Reha bei ihren Spaziergängen durch die Weinberge begleitet und daran gesellschaftliche Normierung ebenso festmacht wie Leistungsdruck, weibliche Selbstbestimmung und „die fragile Grenze zwischen Fürsorge und Kontrolle.“

Bereits die vierte Zusammenarbeit
Als Produktion des klagenfurter ensembles (in Koproduktion mit dem Grazer Theater Lend ) haben sich die Kärntner Regisseurin Anja M. Wohlfahrt und die in Wien lebende Autorin und Dramatikerin Effe U. Knust für ihre vierte Zusammenarbeit erneut an den Tisch gesetzt, „gemeinsam intensiv an der Endfassung gearbeitet und parallel dazu eine kleine Ausstellung mit verschiedenen Textfassungen konzipiert.“

In der Rolle der Jazmin ist Clara Diemling zu sehen, die heuer beim ke bereits für die Ernst-Jandl-Revue „kunstschmutzen“ auf der Bühne im Theater Halle 11 gestanden ist. Hier nun tritt der theatererfahrene Komponist und Kontrabassist Stefan Gferrer live mit seinen feinnervigen Eigenkompositionen in einen Dialog mit den textintensiven Reflexionen der Protagonistin. ke-Uraufführung ist am 4. November (20 Uhr), Karten telefonisch unter der Nummer: 0463/310 300.

ke-Uraufführung ist am 4. November, Karten unter : 0463/310 300. Irina Lino

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