Neue Strom-Verordnung

Netzkosten sinken 2027 im Schnitt um 3,6 Prozent

Wirtschaft
29.10.2026 15:42

Eine gute Nachricht für viele heimische Haushalte. Die Netzgebühren für Strom sinken im nächsten Jahr in sechs der neun Bundesländer um bis zu 12 Prozent. Im Durchschnitt geht es um 3,6 Prozent hinunter. Das entspricht einer Ersparnis laut E-Control von im Schnitt 15 Euro im Jahr.

Jedes Jahr legt der Stromnetz-Regulator E-Control entsprechend der unterschiedlichen Kostenentwicklung der einzelnen Netzbetreiber in den Bundesländern im Herbst per Verordnung die neuen Tarife für die Stromnetze vor. Nach stellenweise empfindlichen Verteuerungen in den vergangenen Jahren können 2027 die Haushalte in sechs von neun Bundesländern mit niedrigeren Kosten rechnen.

Niederösterreich deutlich billiger, Kärnten klar teurer
Am stärksten hinunter geht es für einen Durchschnittshaushalt mit 3500 kWh Stromverbrauch mit minus 12 Prozent in Niederösterreich. Dahinter folgen mit Vorarlberg (minus 8,5 Prozent), Wien (minus 4,8 Prozent), Steiermark (minus 4,4 Prozent), Salzburg (minus 0,4 Prozent) und das Burgenland (minus 0,2 Prozent).

Empfindlich teurer wird es hingegen mit einem Anstieg um 9,6 Prozent in Kärnten. Dahinter folgen mit Abstand Oberösterreich (plus zwei Prozent) und Tirol (plus ein Prozent). Im Österreichweiten Durchschnitt entspricht das einem Rückgang bei den Netzkosten für einen durchschnittlichen Haushalt von 3,6 Prozent. Das entspricht in etwa 15 Euro Ersparnis pro Jahr.

Die Infografik zeigt die Stromnetzentgelte 2027 für Haushalte in verschiedenen Regionen Österreichs. Kärnten hat mit 13,60 Cent pro kWh die höchsten Netzentgelte und eine Steigerung von 9,6 Prozent zum Vorjahr. Der größte Rückgang findet sich in Niederösterreich mit minus 12,0 Prozent. Im Österreich-Durchschnitt sinken die Netzentgelte um 3,6 Prozent. Quelle: E-Control.

Die Zahlen beziehen sich auf das „alte“ System der Netzkostenberechnung. Künftig soll, wie berichtet, nicht nur mehr ausschließlich die Menge des verbrauchten Stroms für die Netzkosten maßgeblich sein, sondern auch die bezogene Leistung (Stichwort Leistungsspitzen) zu einem wichtigen Faktor werden. Die Netzbetreiber müssen dazu jedoch ihr Tarifsystem erst umstellen bzw. anpassen. Dafür haben sie bis Mitte 2028 Zeit.

Dann bekommen die Stromkunden auch mehr Möglichkeiten, ihre Netzkosten selbst aktiv zu beeinflussen. Etwa wenn man Geschirrspüler in der Nacht laufen lässt, das E-Auto lädt, wenn die Sonne scheint oder die Wärmepumpe läuft, wenn andere Verbraucher nicht am Netz hängen. Künftig ist von den Haushalten mehr Flexibilität gefragt.

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