Falls Niederschläge in den kommenden Monaten ausbleiben, werden die Probleme drastisch. Gemeinden und Hütten setzen daher neue Maßnahmen um einem weiteren Dürre-Jahr gerüstet gegenüberstehen zu können. Ein Meteorologe macht den Salzburgern Hoffnungen...
„Wenn es wieder ein niederschlagsarmer Winter wird, hat auch Salzburg im kommenden Jahr ein großes Wasserproblem“, sagt Josef Haslhofer, Meteorologe bei der Geosphere Austria. Noch ist er aber optimistisch. „Die Langzeitprognose schaut nicht so schlecht aus.“ Durch kühle Temperaturen verdunstet viel weniger Wasser. Eine langsame Schneeschmelze hilft, Grundwasser aufzufüllen, ohne dass dieses an der Oberfläche abrinnt.
Probleme mit der Wasserversorgung hatte heuer die Gemeinde Mattsee, die jetzt Maßnahmen für die Zukunft setzt. „Wir bauen eine Brauchwasserleitung zum Friedhof“, erklärt SPÖ-Ortschef Michael Schwarzmayr. Weil es im Sommer knapp wurde, stellte die Gemeinde große Brauchwasserbehälter zum Gießen der Pflanzen auf. Das soll sich ändern und eine alte Brauchwasserquelle die benötigte Menge liefern. „Auch mit dem Besitzer ist alles geklärt“, so der Bürgermeister.
Feuerwehren belieferten Berghütten mit Wasser
Anpassungen braucht es in Zukunft auch in den Bergen. Während früher Schneefall die Sommersaison nun endgültig beendete, war diese alles andere als einfach – und so trocken wie noch nie. Noch im Oktober versorgte die Feuerwehr die Söldenhütte in Werfenweng. „Es hat fast ein Jahr kaum geregnet und die Winter waren schwach“, so Kommandant Hans-Peter Webersberger.
„Mit unserer Quelle ist es sich unter der Woche knapp ausgegangen, aber am Wochenende hat es nicht mehr gereicht“, erzählt Benedikt Vilanek, der die Söldenhütte seit 2022 mit Anton Bauer betreibt. Um sich abzusichern, wird nun der Wassertrog komplett auf Dichtigkeit geprüft und ein Geologe zur Quelle geschickt. „Wir werden auch Drücker bei den Wasserhähnen installieren. Das ist zwar nervig, leistet aber mit Regenwasser-Toiletten einen nötigen Beitrag beim Wassersparen.“
Zu knapp war es auch beim Happischhaus. Dieses musste im August schließen, im November starte der Winterbetrieb. „Heuer war extrem, aber es wird wohl so weitergehen“, sagt Sophie Burtscher von den Naturfreunden Salzburg. Sie appelliert an die Politik, die Infrastruktur rund um den alpinen Tourismus zu fördern. „Die Vereine sind ausgeblutet. Wir können nicht noch mehr leisten.“
Insgesamt rückten Feuerwehren in Salzburg heuer 838 Mal zur Wasserversorgung aus – mit 4,2 Millionen Litern.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.