Niederschläge wichtig

Schneewinter als Hoffnung nach dem Hitzesommer

Salzburg
29.10.2026 06:00

Falls Niederschläge in den kommenden Monaten ausbleiben, werden die Probleme drastisch. Gemeinden und Hütten setzen daher neue Maßnahmen um einem weiteren Dürre-Jahr gerüstet gegenüberstehen zu können. Ein Meteorologe macht den Salzburgern Hoffnungen...

„Wenn es wieder ein niederschlagsarmer Winter wird, hat auch Salzburg im kommenden Jahr ein großes Wasserproblem“, sagt Josef Haslhofer, Meteorologe bei der Geosphere Austria. Noch ist er aber optimistisch. „Die Langzeitprognose schaut nicht so schlecht aus.“ Durch kühle Temperaturen verdunstet viel weniger Wasser. Eine langsame Schneeschmelze hilft, Grundwasser aufzufüllen, ohne dass dieses an der Oberfläche abrinnt.

Derzeit sind die Aussichten auf einen niederschlagsreichen Winter nicht so schlecht.
Derzeit sind die Aussichten auf einen niederschlagsreichen Winter nicht so schlecht.(Bild: Andreas Tröster)

Probleme mit der Wasserversorgung hatte heuer die Gemeinde Mattsee, die jetzt Maßnahmen für die Zukunft setzt. „Wir bauen eine Brauchwasserleitung zum Friedhof“, erklärt SPÖ-Ortschef Michael Schwarzmayr. Weil es im Sommer knapp wurde, stellte die Gemeinde große Brauchwasserbehälter zum Gießen der Pflanzen auf. Das soll sich ändern und eine alte Brauchwasserquelle die benötigte Menge liefern. „Auch mit dem Besitzer ist alles geklärt“, so der Bürgermeister.

Feuerwehren belieferten Berghütten mit Wasser
Anpassungen braucht es in Zukunft auch in den Bergen. Während früher Schneefall die Sommersaison nun endgültig beendete, war diese alles andere als einfach – und so trocken wie noch nie. Noch im Oktober versorgte die Feuerwehr die Söldenhütte in Werfenweng. „Es hat fast ein Jahr kaum geregnet und die Winter waren schwach“, so Kommandant Hans-Peter Webersberger.

Anton Bauer und Benedikt Vilanek sind die Pächter von der Söldenhütte.
Anton Bauer und Benedikt Vilanek sind die Pächter von der Söldenhütte.(Bild: Söldenhütte)
Das Happischhaus musste wegen Wassermangel die Saison früh beenden.
Das Happischhaus musste wegen Wassermangel die Saison früh beenden.(Bild: Roland Hold)

„Mit unserer Quelle ist es sich unter der Woche knapp ausgegangen, aber am Wochenende hat es nicht mehr gereicht“, erzählt Benedikt Vilanek, der die Söldenhütte seit 2022 mit Anton Bauer betreibt. Um sich abzusichern, wird nun der Wassertrog komplett auf Dichtigkeit geprüft und ein Geologe zur Quelle geschickt. „Wir werden auch Drücker bei den Wasserhähnen installieren. Das ist zwar nervig, leistet aber mit Regenwasser-Toiletten einen nötigen Beitrag beim Wassersparen.“

Zu knapp war es auch beim Happischhaus. Dieses musste im August schließen, im November starte der Winterbetrieb. „Heuer war extrem, aber es wird wohl so weitergehen“, sagt Sophie Burtscher von den Naturfreunden Salzburg. Sie appelliert an die Politik, die Infrastruktur rund um den alpinen Tourismus zu fördern. „Die Vereine sind ausgeblutet. Wir können nicht noch mehr leisten.“ 
Insgesamt rückten Feuerwehren in Salzburg heuer 838 Mal zur Wasserversorgung aus – mit 4,2 Millionen Litern. 

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