Die „Verlandung“ der außergewöhnlichen Ökosysteme schreitet voran. Jetzt wird eine strengere Überwachung der Wasserentnahme gefordert.
Als „katastrophal, aber nicht hoffnungslos“ wurde bereits 2012 der Zustand der Salzlacken im Seewinkel in einer Publikation des Naturschutzbundes bezeichnet. Seither hat sich die Situation wohl eher verschlechtert als verbessert. Gerade die extreme Hitze des heurigen Sommers gepaart mit dem ausbleibenden Niederschlag setzt nicht nur dem Neusiedler See zu, sondern auch diesen einzigartigen Ökosystemen.
Zahl der Lacken geht zurück
Dass diese im Sommer austrocknen, ist ein natürlicher Vorgang. Verlieren sie aber dauerhaft den Kontakt zum Grundwasser, verlanden sie. Von einst über 100 Salzlacken gibt es heute nur noch rund 40. Damit gehen auch Lebensräume für spezialisierte Pflanzen wie die Pannonische Salzaster, den Queller oder die Salzmelde verloren. Vögel wie der Säbelschnäbler oder der Seeregenpfeifer haben hier ihre österreichweit einzigen Brutvorkommen.
Forderung nach digitalem Wasserentnahmeregister
Um dem entgegenzuwirken, fordern SPÖ und Grüne in einem gemeinsamen Antrag im Landtag, dass der Bund ein österreichweites, digitales Wasserentnahmeregister umsetzt. Dadurch sollen alle Wasserentnahmen erfasst und Belastungen für sensible Ökosysteme rasch erkannt werden. Gleichzeitig sollen die Grundwasserstände im Seewinkel durch das Land regelmäßig evaluiert werden.
Keine unbegrenzte Entnahme
„Wenn das Wasser knapper wird, können wir nicht so tun, als wäre eine unbegrenzte Entnahme möglich. Wir müssen Nutzungskonflikte frühzeitig erkennen, Entscheidungen auf eine solide Datengrundlage stellen und dort handeln, wo Grundwasserstände kritisch werden“, sagt Grünen-Umweltsprecher Landtagsabgeordneter Philip Juranich.
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