Erst zwei Wohnprojekte in Pinkafeld und Trausdorf wurden bisher nach dem neu entwickelten Mietkauf-Modell im Burgenland fertiggestellt. Das Land will künftig die Schlagzahl bei der Umsetzung erhöhen.
Im Oktober 2023 erfolgte der Spatenstich für sechs Doppelhäuser der „So wohnt Burgenland Gmbh“ (SOWO) in Pinkafeld mit Landesrat Heinrich Dorner und Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Von einem „Meilenstein im Wohnbau“ war die Rede. Angekündigt wurde, im Laufe des Jahres 2024 in anderen Bezirken mindestens ein Projekt umzusetzen.
Neues Mietkauf-Modell
Zum Einsatz kam erstmals das vom Land entwickelte Mietkauf-Modell. Dabei wird ab dem Vertragsabschluss und ersten Mietzahlung begonnen, Eigentum zu erwerben. Eigenmittel müssen keine aufgebracht werden. Der Kaufpreis orientiert sich an den Errichtungskosten und steht ebenso wie die Kreditrate von Beginn an fest. Nach 30 Jahren ist das Mietprojekt abbezahlt und damit ins Eigentum übergangen.
„Mit diesem Modell will das Land insbesondere jungen Familien und Menschen mit geringerem Einkommen den Weg zu den eigenen vier Wänden erleichtern“, betont Landesrat Dorner. Leistbares Wohnen und finanzielle Sicherheit stünden dabei im Mittelpunkt.
Umsetzung langsamer als angekündigt
Doch mit der Umsetzung geht es nicht so schnell, wie zunächst gedacht: Anfang 2025 wurden das Projekt in Pinkafeld fertiggestellt. Vor Kurzem wurden vier Doppelhäuser mit acht Wohneinheiten in Trausdorf übergeben. Für den Herbst werden außerdem erste Reihenhäuser in Oberpullendorf bezugsfertig sein. Im ersten Halbjahr 2027 soll in Güssing der Startschuss für den Bau von vier Bungalows und vier Doppelhaushälften erfolgen. Zum Vergleich: Gemeinnützige Bauvereinigungen im Burgenland, wie OSG und Neue Eisenstädter, haben laut Statistik in den Jahren 2024/25 insgesamt 1500 Wohnungen errichtet.
Dorner betont, dass das Mietkauf-Modell nie als Konkurrenz zu den gemeinnützigen Wohnbauträgern gedacht war, sondern als Ergänzung, weil es in diesem Bereich eine Lücke gibt. „Zudem braucht die Umsetzung der Projekte länger, als wir es anfangs vielleicht auch erhofft haben“, so der Landesrat. Wichtig sei die Qualität, man wolle aber das Tempo in den kommenden Jahren erhöhen.
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