Kaum Bewerber, unbesetzte Ordinationen und wenig Hoffnung auf eine baldige Lösung: Die Suche nach Kassenärzten wird immer schwieriger. Die Ärztekammer schlägt erneut Alarm.
Mehr als 60 Mal ausgeschrieben und noch immer kein Arzt in Sicht. Die Suche nach einem Hautarzt mit Kassenvertrag in Neusiedl am See wird zur schier endlosen Geschichte. Doch der Fall ist längst kein Einzelfall. Von 14 ausgeschriebenen Kassenstellen stießen zuletzt nur vier auf Interesse. Eine Medizinerin bewarb sich gleich für drei davon und versuchte ihr Glück gleichzeitig in der Steiermark.
So viele unbesetzte Kassenstellen wie noch nie
Schon im Juli waren 19 der rund 240 Kassenstellen unbesetzt. So viele wie noch nie. Für die Ärztekammer liegt der Hauptgrund für die schleppende Nachbesetzung auf der Hand: die niedrigen Honorare. Ein Facharzt erhält in Niederösterreich für dieselbe Leistung rund 30 Prozent mehr als im Burgenland. Seit Jahren fordert die Standesvertretung deshalb bessere Bedingungen.
Zuletzt erhöhte auch die SPÖ den Druck auf die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK). Klubobmann Roland Fürst forderte bundesweit einheitliche und faire Honorare.
Jetzt kommt Bewegung in die Sache: Am 16. November verhandeln Ärztekammer und ÖGK über die Kassenarzttarife für 2027. Die Ärztekammer verlangt zumindest einen Ausgleich der Inflation und will angesichts der vielen offenen Stellen auch zusätzliche Mittel für besonders betroffene Fachrichtungen wie die Dermatologie erreichen. Große Hoffnungen auf einen raschen Durchbruch macht man sich allerdings nicht.
Westliche Bundesländer gegen Angleichung der Honorare
Auch eine bundesweite Angleichung der Honorare dürfte schwierig werden. Während das Burgenland davon profitieren würde, sei das Interesse in westlichen Bundesländern gering. Dazu kommt die angespannte Finanzlage bei Bund, Ländern und Sozialversicherung. Kritik gibt es allerdings auch am Land. Die im Vorjahr eingestellte Landarztförderung hätte aus Sicht der Ärztekammer weitergeführt werden sollen. Gerade angesichts der vielen unbesetzten Stellen wäre das Geld gut investiert gewesen, heißt es. Dass diese Unterstützung gestrichen wurde, bedauert man ausdrücklich. Auch im Landtag war die Gesundheitsversorgung gestern Thema einer von der SPÖ beantragten Aktuellen Stunde. Im Mittelpunkt stand dabei die vor sieben Jahren gestartete Gesundheitsoffensive des Landes.
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