Ein Kreisverkehr ohne Ausweg? In seiner neuesten Kolumne nimmt Schriftsteller Robert Schneider eine Salzburger Posse aufs Korn: Weil verblasste Wegweiser Autofahrer zur Verzweiflung bringen, hilft vorerst nur noch stoische Gelassenheit.
Dass man sich im Leben nicht immer, aber vielfach im Kreis dreht, ist eine Binsenweisheit. Dass man jedoch nicht mehr aus einem Kreisverkehr herausfindet, ist mir neu. Dennoch soll diese unliebsame Verwirrung gegenwärtig Tausende Autofahrerinnen und Autofahrer in Salzburg betreffen, will man dem Artikel Glauben schenken, der am 12. Oktober auf „salzburg.orf.at“ erschienen ist.
Schilder kaum zu lesen
Worum geht es? Um den Kreisverkehr Salzburg-Mitte am Zubringer zur Westautobahn. Die prachtvoll blauen Aluwegweiser in über fünf Metern Höhe sind zwischenzeitlich so verblasst, dass sie – bei Tageslicht und Sonnenschein betrachtet – kaum noch zu lesen sind. Erboste Autolenkerinnen und Autolenker haben sich gegenüber dem ORF bitterlich beschwert. „Vor allem ortsfremde Lenker kämen so immer wieder in die Verlegenheit, Extrarunden im Kreisverkehr zu drehen oder abrupte Lenkmanöver zu machen, weil die (…) Schilder (…) nur noch schlecht zu lesen sind“, schreibt die Salzburger ORF-Redaktion.
Die ASFINAG haben die aus dem Kreisverkehr nicht mehr herausfindenden Autofahrer auch schon angemault und mit Schimpf überschüttetet. Tja, das sei unangenehm, immer im Kreis fahren zu müssen, so die betreffende Dienststelle, aber für die Überkopfwegweiser sei man nicht zuständig. Die seien nämlich Eigentum des Landes, für deren Erneuerung das Verkehrsressort in die Pflicht genommen werden müsse. Das Verkehrsressort gibt sich total erschüttert. „Das Land wolle die Beschwerden der Autofahrer ernst nehmen“, wurde kommuniziert.
Bis jenen, die aus dem Kreisverkehr nicht mehr herausfinden, durch neue Wegweiser Linderung verschafft wird, kann noch viel Wasser die Salzach runterfließen. Mein Rat: ZEN. Einfach geduldig seine Runden drehen, ist doch das Leben ein stetiger Kreislauf.
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