Der Vorarlberger Dialekt hat bekanntlich seine Eigenarten, insbesondere im Osten Österreichs versteht man nicht immer, was einem der Alemanne sagen will. Der Kabarettist und Autor Stefan Vögel will mit „Vögels Lexikon“ Abhilfe schaffen und Brücken bauen. Heute erklärt das Hauptwort „Rongga“.
Der Rongga stammt ab vom Rank (Biegung, Krümmung), welcher in dieser Form auch in der Mundart verwendet wird. „Luag as dr Rank kriagscht!“, sagt der Alemanne – und während er damit früher eine Warnung vor einer engen Straßenbiegung aussprach, die mit dem Pferdefuhrwerk schwer zu umfahren war, so macht er dem Angesprochenen heute klar, er solle sich aus dem Staub machen, da es sonst Ärger gibt.
Von diesem Rank abgeleitet ist das Voradelberger Dialektwort Rongga, und dieses beschreibt ein größeres, heruntergeschnittenes oder heruntergebrochenes Stück eines Käse- oder Brotlaibs. Das Grundmaterial (Brot/Käse) des Rongga sollte dabei stets genannt werden, es sei denn, es wäre offensichtlich oder wurde bereits besprochen: „Edi! Schnid mr no an Rongga Käs aha!“
Die relative Größe eines solchen Teilstücks, das die Bezeichnung Ronnga auch tatsächlich verdient, im Vergleich zur Gesamtgröße des Laibs, von dem es heruntergeschnitten wird, ist unter den Voradelbergern umstritten. Viele Alemannen behaupten steif und fest, dass ein Rongga zumindest 20% der Gesamtmasse umfassen muss, damit er seinem Namen gerecht wird.
Bei allem darunter handle es sich nur um ein lapidares Stuck (also ein Stück, wie in „Gib mr a Stuck Brot“). Wird das abgetrennte Teilstück sogar noch viel kleiner – sprich, fällt es im Verhältnis zur Gesamtgröße beinahe nicht mehr ins Gewicht – so spricht man hierzulande auch von einem Schnüfile („Gib mr no a Schnüfile Käs!“)
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