Wenn eine Krise ausbricht, müssen Entscheidungen in Sekundenschnelle sitzen. Doch wie führt man ein Team, wenn der Körper erschöpft ist und das Gehirn vor Schlafmangel streikt? Beim Kurs „Führen in Extremsituationen“ (FIES) wurden 24 Führungskräfte 46 Stunden lang bis an ihre Belastungsgrenze gebracht.
Von Donnerstag, 15 Uhr, bis Samstagmittag gab es für die Teilnehmenden von Feuerwehr, Polizei, Bergrettung, Wasserrettung, Rotem Kreuz und Samariterbund kaum eine Ruhepause. Die Übungsleitung schickte sie ohne Schlaf durch insgesamt 26 anspruchsvolle Szenarien. In schwindelnder Höhe bargen Spezialisten ein Opfer von einem 30 Meter hohen Baukran, während die Bergrettung mitten in der Nacht Verunglückte aus einer steilen Schlucht rettete. Auch hochriskante Lagen wie Amokläufe, Terroranschläge oder Geiselnahmen wurden unter extremem Druck simuliert.
Wer im Ernstfall richtig handeln will, muss nicht nur die eigene Belastung beherrschen, sondern auch die Abläufe der anderen Organisationen kennen. Wenn Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und Behörden Hand in Hand arbeiten, entscheidet gegenseitiges Vertrauen über den Erfolg des Einsatzes. Der FIES-Kurs stärkt dieses Zusammenspiel, damit die Koordination selbst unter Höchstbelastung reibungslos funktioniert.
Wertvolle Erfahrungen gesammelt
Insgesamt waren rund 230 Personen in den diesjährigen Kurs eingebunden. Ein besonderer Dank richtete Landesrat Gantner (ÖVP) am Ende des Trainings an das Organisationsteam und alle Mitwirkenden: „Eine so intensive und praxisnahe Ausbildung braucht sorgfältige Vorbereitung und viele engagierte Menschen im Hintergrund. Mit diesem Einsatz werden die Voraussetzungen geschaffen, dass unsere Führungskräfte wertvolle Erfahrungen für den Ernstfall sammeln können.“
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