Bevor Ende Dezember die Urteile im Prozess um den Tod Diego Maradonas verkündet werden sollen, hat die älteste Tochter der argentinischen Legende noch einmal emotionale Schlussworte an die Richter gerichtet.
„Das Einzige, worum ich Sie bitten möchte, ist, dass meinem Vater Gerechtigkeit widerfährt“, sagte Dalma Maradona, die 39-jährige Tochter des vor knapp sechs Jahren verstorbenen Ausnahmefußballers, im Gerichtssaal von San Isidro nördlich von Buenos Aires.
Zusammen mit ihrer Schwester Gianinna tritt sie in dem Verfahren als Nebenklägerin auf. „Ich musste mir von vielen Menschen anhören, wie schwer ihr Leben seit Beginn dieses Prozesses gewesen sei. Was ich diesen Menschen sagen möchte, ist, dass sie die Möglichkeit haben, bei ihrer Familie zu sein. Das ist etwas, was mein Vater leider nicht mehr hat“, sagte Dalma Maradona unter Tränen.
Ihr Vater war am 25. November 2020 in einer privaten Wohnanlage im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Wenige Wochen zuvor hatte sich der Weltmeister von 1986 einer Gehirnoperation unterzogen. Angeklagt sind Ärzte und Pfleger Maradonas, denen erhebliche Versäumnisse und Fehler im Zusammenhang mit dem Tod des argentinischen Nationalhelden vorgeworfen werden. Staatsanwaltschaft und Nebenklage fordern zum Teil langjährige Haftstrafen, die Verteidiger der Angeklagten Freisprüche.
Auch Richter sichtlich mitgenommen
„Es waren viele Monate harter Arbeit in einem langwierigen, komplexen und in der Öffentlichkeit ungewöhnlich viel beachteten Prozess“, sagte Richter Alberto Gaig am Ende des letzten Verhandlungstags, wie im Livestream des Kriminalgerichts von San Isidro zu sehen war. „Jetzt ist es unsere Aufgabe, unsere Verantwortung, zu entscheiden.“
Die Urteile sollen nach seinen Worten am 22. Dezember verkündet werden. Vorher würden sich die Richter „ausreichend und angemessen Zeit“ nehmen, um eine „gründliche und umfassende Prüfung“ vorzunehmen, versprach Gaig. Der Jurist war sichtlich mitgenommen von der Verhandlung. Er beschrieb auch den Druck und die enorme Arbeit, die wegen des viel beachteten Prozesses auf dem Gericht laste, und musste seine Ausführungen mehrfach unterbrechen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.