Die „Tiroler“ Krone hat vier Fußball-Routiniers aus dem Unterhaus getroffen, die durchaus beweisen, dass man im eher fortgeschrittenen Alter noch immer gut mithalten kann.
Bei manchen Kickern im Tiroler Fußball-Unterhaus könnte man meinen, die Zeit sei stehen geblieben. Neben viel Routine braucht es aber auch Klasse und einen gesunden Lebensstil, um selbst im fortgeschrittenen Alter noch aktiv Fußball spielen zu können.
Harald Vcelar (53) - SV Radfeld
Einer dieser Ausnahmeerscheinungen ist Harald Vcelar. Der 53-Jährige ist nicht nur Trainer beim SV Radfeld (2. GLMO), sondern springt auch immer wieder selbst auf dem Platz ein, wenn Not am Mann ist. „Selbst zu spielen ist immer das Schönste“, erklärt die Unterhaus-Legende, die mit drei Toren in neun Ligaspielen zugleich der beste Torschütze ihres Teams ist. „Da schaue ich nicht so genau – wichtig ist, dass wir gut spielen“, sagt Vcelar bescheiden.
Für den Unterländer ist es bereits die 37. Saison im Unterhaus. Dementsprechend hat er schon einiges erlebt: „Ich durfte einige Meistertitel feiern, bin aber auch ein paar Mal abgestiegen. Das hebt sich also wieder auf“, lacht Vcelar.
Als Highlights seiner Karriere hebt der Krankenpfleger vor allem zwei Stationen hervor: „Mit Kirchbichl sind wir bis in die Regionalliga West aufgestiegen, und auch die zehn Jahre in Kirchberg waren sehr schön.“
Michael Platzer (43) – SPG Rinn/Tulfes
Schöne Zeiten erlebte auch Michael Platzer, Torgarant von Rinn/Tulfes (1. GLMW). Der 43-Jährige befindet sich in seiner 26. Fußballsaison – doch diesmal scheint das Karriereende tatsächlich näher zu rücken. „Drei Spiele noch und im Winter ist dann Schluss“, kündigt Platzer an.
Körperlich blieb der Bauarbeiter weitgehend vom Verletzungspech verschont. „Zum Glück habe ich mir nie wirklich wehgetan. Dazu trägt auch mein Job bei“, blickt Platzer zurück.
Als eines von vielen Highlights nennt er ein Testspiel mit dem damaligen Tirol-Ligisten SV Matrei gegen Feyenoord Rotterdam. „Das war ein tolles Erlebnis. Auch Anfang der 2000er-Jahre, als Wacker in der Westliga gespielt hat und ich im Cup ein Tor gegen sie schießen konnte“, erzählt Platzer.
Matthias Rettenwander (40) – SV Hall
Matthias Rettenwander vom SV Hall (1. LLO) ist auf der anderen Seite des Platzes zu Hause. Der Schlussmann der Löwen feierte im Juli seinen 40. Geburtstag und denkt noch lange nicht ans Aufhören. „Die Trainings wurden etwas weniger, aber solange es mir Spaß macht, spiele ich“, erklärt Rettenwander.
Auch der studierte Jurist hatte bislang wenig mit Verletzungen zu kämpfen. „Darum kann ich mir den Spaß erlauben – wenn die Familie mitspielt“, lacht der Torhüter.
Als Höhepunkt seiner Karriere bezeichnet Rettenwander die beiden Meistertitel in der Tiroler Liga mit Hall. „Einmal wäre ich noch gerne aufgestiegen, doch an Mayrhofen führt heuer kein Weg vorbei“, meint der Schlussmann, der bereits mehr als 650 Spiele im Unterhaus absolviert hat.
Christof Huter – SU Roppen
Auch Christof Huter von der SU Roppen (1. GLW) beweist, dass man mit 40 noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Der spielende Obmann erzielte in dieser Saison bereits sechs Tore in elf Spielen. „Er ist in Top-Verfassung und eine fixe Größe im Team“, lobt Trainer Helmut Bertsch. Dabei wollte Huter eigentlich mit 40 längst nicht mehr spielen. „Aber solange es Spaß macht und gesundheitlich geht, warum nicht?“, sagt das Roppener Urgestein.
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