Während Österreich um längere Wehr- und Zivildienste gestritten wird, zeigt eine neue Umfrage nun, wie die Bevölkerung zu gemeinsamer Verteidigung in Europa steht.
Die Wehrdienstreform sorgt im Inland für Streit. Die Regierung plant eine Verlängerung des Grundwehrdienstes um einen Monat Truppenübungen und zwei Monate Milizübungen. Beim Zivildienst soll es zunächst bei neun Monaten bleiben. Nur wenn sich zu wenige für den Wehrdienst melden, soll er auf elf Monate verlängert werden. Doch noch immer fehlt die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit.
In einer anderen Frage sieht das Bild schon klarer aus: Das Außenministerium hat beim Gallup-Institut eine repräsentative Umfrage mit 1000 Befragten in Auftrag gegeben. Darin bewerten 73 Prozent der Österreicher eine gemeinsame Europäische Verteidigungsunion als positiv. Gleich groß ist die Zustimmung zu gemeinsamer militärischer Beschaffung. Dabei wurde ausdrücklich vorausgesetzt, dass Österreich seine Neutralität wahrt.
Wir müssen in der EU bei der Verteidigung noch enger zusammenarbeiten. Das sehen auch die Österreicherinnen und Österreicher so!

Beate Meinl-Reisinger, Neos-Chefin und Außenministerin
Bild: APA/HELMUT FOHRINGER
Besonders junge Generation für gemeinsame EU-Verteidigung
Bestätigt fühlt sich dadurch natürlich NEOS-Chefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, die sich seit Jahren für eine Europa-Armee ausspricht: „Die Weltlage hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert, insbesondere hybride Bedrohungen nehmen zu. Davor kann sich kein Land Europas allein schützen. Deshalb müssen wir in der EU bei der Verteidigung noch enger zusammenarbeiten.“
Gerade die jüngere Generation sehe darin laut ihr einen wesentlichen Schlüssel, um Österreichs Freiheit und Sicherheit für die Zukunft abzusichern.
Und tatsächlich ist die Zustimmung der Jungen laut Umfrage am größten: 82 Prozent der 16- bis 30-Jährigen stehen einer Verteidigungsunion positiv gegenüber. 85 Prozent befürworten gemeinsame Beschaffung, 71 Prozent ein europäisches Berufsheer.
Insgesamt findet ein solches Heer bei 60 Prozent Zustimmung. Bei Frauen kommen die Vorschläge allerdings etwas weniger gut an als bei Männern. „Verteidigungsfähigkeit ist die Voraussetzung für Frieden. Wer Frieden will, muss ihn schützen können“, so Meinl-Reisinger.
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