Wieder Asbestfund in Wien: In Hietzing und Rudolfsheim-Fünfhaus steckt krebserregendes Gestein im Untergrund zweier Straßen. Ab kommender Woche wird es entfernt - nach neuen Regeln.
Die Proben schlugen an. In Teilen der Maxingstraße in Hietzing und der Äußeren Mariahilfer Straße liegt asbesthaltiges Gestein unter dem Asphalt. Entdeckt hat es die Stadt selbst, bei Untersuchungen vor geplanten Bauarbeiten. Neues Material ist nicht aufgetaucht. Das gefährliche Mineral steckt im alten Straßenaufbau.
Neues Sicherheitskonzept seit Sommer
Greenpeace hatte Anfang Juli erstmals Asbest in Wiener Straßenbelägen nachgewiesen, vor allem in Liesing. In zwei Laborproben steckte laut der Organisation nahezu reiner Amphibolasbest, eine hoch krebserregende Form. Tests der Stadt bestätigten den Verdacht später in fünf Gassen. Schon damals warnte Greenpeace-Sprecher Stefan Stadler: „Wir glauben, dass die Asphalte in anderen Teilen von Wien auch verwendet wurden.“
Die Herkunft vermuten die Umweltschützer im Burgenland, in den Steinbrüchen von Pilgersdorf, Bernstein, Rumpersdorf und Badersdorf. Alle vier sind mittlerweile geschlossen. Die MA 28 bezieht ihren Schotter nach eigenen Angaben aus Niederösterreich.
Zäune sollen Passanten und Anrainer schützen
Bisher wurden belastete Abschnitte mit einer frischen Deckschicht versiegelt, etwa in der Rosenhügelstraße. Nun wird erstmals herausgerissen. „Notwendige Umbauarbeiten, Sanierungen, Leitungserneuerungen und die Behebung von Gebrechen müssen auch bei einem Asbestnachweis sicher und verantwortungsvoll durchgeführt werden können“, sagt Wolfgang Ablinger, stellvertretender Leiter der Straßenverwaltung (MA 28).
Seine Abteilung hat dafür mit einem gerichtlich zertifizierten Sachverständigen und dem Arbeitsinspektorat eigene Regeln entwickelt und bei kontrollierten Testarbeiten erprobt. Arbeiter tragen Schutzausrüstung, Zäune und Planen schirmen die Baustelle ab. Flächen und Geräte werden gereinigt, das Material wird fachgerecht entsorgt. Der Standard gilt künftig für jede Baustelle mit Asbestfund.
Greenpeace zählt 54 Verdachtsstellen in Wien
Vor jedem Straßenaufbruch wird der Untergrund nun geprüft. Wie viele Flächen die Stadt bisher untersucht hat und wo sie fündig wurde, verrät die MA 28 nicht. Auf der Online-Karte von Greenpeace sind für Wien inzwischen 54 Verdachtsstellen eingetragen.
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