KI-Trauerreden

Dompfarrer spricht als „Fabertar“ letzte Worte

Digital
20.10.2026 13:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mit der KI seinen Abschied verkünden: Das steirische Start-up Lebensstimmen will künftig die Möglichkeit bieten, KI-generierte Doubles Trauerreden per Video sprechen zu lassen. Dabei werden aus Fotos und Sprachsamples individualisierte Botschaften für das eigene Begräbnis gebaut. 

Bei einer Pressekonferenz am Dienstag gab Wiens Dompfarrer Toni Faber den sprichwörtlichen Segen für das Videoprodukt und bietet sein Antlitz nun als auswählbaren „Fabertar“ an. Ein klein wenig steif wirkten die Sprachanimationen bei der Produktpräsentation noch, aber das Aussehen täuschend echt.

Kunden sollen selbst bestimmen, in welchem Lebensabschnitt, mit welchem Ton und Aussehen oder welcher Kulisse sie ihre finale Botschaft senden. Wer lieber einen vorgefertigten Sprecher will, kann etwa zum „Fabertar“ greifen. Es handle sich um keinen Ersatz für Trauerfeiern, sondern eine Ergänzung, wie das junge Unternehmen betont.

  Bearbeiten können die Videos aber nur lebende Kunden. „Sobald jemand verstorben ist und nicht mehr über seine Rechte, die IP-Rechte, sein Aussehen, seine Stimme entscheiden kann, dann machen wir das nicht“, sagt Geschäftsführer Philipp Berkessy. Auch Schabernack mit dem virtuellen Dompfarrer sei nicht möglich. „Ich gebe jede einzelne KI-Trauerrede frei“, bekräftigte Faber für alle Videos mit seinem Avatar. Alles, was klar über den katholischen Rahmen hinausgehe, sei nicht umsetzbar.

Dompfarrer Toni Faber als „Fabertar“
Dompfarrer Toni Faber als „Fabertar“(Bild: Zwefo)

Lebensstimmen wirbt mit kuratiertem Angebot
Fotos per KI sprechen zu lassen, klingt eigentlich auch mit gängigen Chatbots machbar. Lukas Stern, ebenfalls Geschäftsführer, betont dahingehend aber den „kontrollierten Rahmen“, in dem die Videos ohne potenzielle Risiken großer KI-Anbieter hergestellt werden sollen. Es handle sich um ein „auf europäischer Rechtsgrundlage“ erstelltes Produkt, in Einklang mit der DSGVO, so Berkessy.

Von den oft negativ konnotierten Deepfakes will sich die Firma klar distanzieren. Ein Icon markiert die Videos außerdem als „KI-generiert“.

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