Nehammer in Kiew

Ex-Kanzler nach Bombenalarm aus Zug evakuiert

Ausland
20.10.2026 13:32
Porträt von Kronen Zeitung
Von Kronen Zeitung

Brenzlige Momente für Ex-Kanzler Karl Nehammer, jetzt Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), auf seiner Reise in die Ukraine. Mitten in der Nacht musste sein Zug wegen eines Drohnenalarms gestoppt und evakuiert werden, die „Krone“ war auch vor Ort.

Es sollte eine wichtige Dienstreise für den Wiederaufbau der Ukraine werden, doch bereits die Anreise per Zug hatte es in sich. Ex-Kanzler Karl Nehammer, mittlerweile Vizepräsident der EIB, war im Nachtzug Richtung Kiew unterwegs, als plötzlich Alarm ausgelöst wurde.

Gegen zwei Uhr früh, nahe der westukrainischen Stadt Lwiw, musste der Zug wegen eines Drohnenalarms stoppen. Die Passagiere wurden kurzfristig evakuiert. „Jedem von uns ist bewusst, dass wir in einem Kriegsgebiet sind“, schildert der Ex-Politiker gegenüber der „Krone“. „Ein konkreter Alarm wie dieser führt einem das noch einmal eindrücklich vor Augen.“

Trotz der angespannten Situation bewahrten alle Beteiligten die Ruhe. „Wir wurden auf diese Gefahr schon im Vorfeld vorbereitet und eingewiesen. Die kurzfristige Evakuierung lief höchst professionell und ruhig ab“, berichtet ein weiterer hochrangiger Teilnehmer der Reise.

Mitten in der Nacht wurde der Zug von Nehammer & Co. von russischen Drohnen ins Visier genommen.
Mitten in der Nacht wurde der Zug von Nehammer & Co. von russischen Drohnen ins Visier genommen.(Bild: zVg)
Keine Zeit mehr um das Gepäck zu sichern, es zählte nur das Überleben.
Keine Zeit mehr um das Gepäck zu sichern, es zählte nur das Überleben.(Bild: zVg)
Die Ukrainer bedanken sich bei der internationalen Delegation für die fortlaufende Unterstützung ...
Die Ukrainer bedanken sich bei der internationalen Delegation für die fortlaufende Unterstützung und Partnerschaft.(Bild: zVg)

Nach kurzer Zeit folgte die Entwarnung, der Zug konnte seine Fahrt fortsetzen. Doch auch nach der Ankunft in Kiew war es mit dem Schrecken nicht vorbei. Weitere Bombenalarme im Hotel machten deutlich, wie gefährlich der Alltag in der ukrainischen Hauptstadt nach wie vor ist.

Oberleutnant Nehammer setzt Reise naturgemäß fort
Für Nehammer ist es nicht die erste Reise in das vom Krieg erschütterte Land. Als EIB-Vizepräsident ist er nun für den Wiederaufbau der Ukraine zuständig. Die ganze Woche will er verschiedene Projekte besuchen. Auch ein Treffen mit Kiews Bürgermeister und Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko steht auf dem Programm.

Die Europäischen Investitionsbank finanziert unter anderem den Wiederaufbau zerstörter Schulen und Kraftwerke. Davon sollen künftig auch österreichische Unternehmen profitieren. Trotz der wiederholten Warnungen setzt Miliz-Offizier Nehammer seine Reise fort ... 

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