Der Streit zwischen Christian Horner und Helmut Marko geht in die nächste Runde! In seinem neuen Buch „Drive“ erhebt der ehemalige Red-Bull-Teamchef schwere Vorwürfe gegen den 82-Jährigen. Dieser lässt das allerdings nicht auf sich sitzen und kontert mit deutlichen Worten.
Rund 20 Jahre lang arbeiteten Horner und Marko beim Formel-1-Rennstall zusammen. Unter ihrer Führung gewannen Sebastian Vettel und Max Verstappen jeweils vier WM-Titel. Doch spätestens nach dem Tod von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz im Oktober 2022 verschlechterte sich das Verhältnis der beiden zunehmend. Mittlerweile haben beide den Rennstall verlassen – Horner wurde entlassen, Marko verabschiedete sich später ebenfalls ...
Das Buch ist eine Summe von Unwahrheiten, auf die ich nicht näher eingehen will.
Helmut Marko über Christian Horner
„Er hat nicht einmal sein Beileid ausgesprochen“
In seinem Buch, das am 22. Oktober veröffentlicht werden soll, macht Horner seinem früheren Weggefährten schwere Vorwürfe. Marko habe aktiv an seiner Entlassung mitgewirkt und das ausgerechnet während einer persönlichen Tragödie. „Es hat mich getroffen, dass er so an meinem Rausschmiss gearbeitet hat, während meine Ex-Partnerin und die Mutter meiner Tochter kurz zuvor verstorben war. Er hat nicht einmal sein Beileid ausgesprochen“, schreibt der Brite.
„Eine Summe von Unwahrheiten“
Für zusätzliche Verstimmung sorgt der Veröffentlichungstermin. Der 22. Oktober ist zugleich der Todestag von Mateschitz. Laut „Bild“ herrscht darüber im Red-Bull-Umfeld großer Ärger. Während dort eine bewusste Provokation vermutet wird, bezeichnet Horner sein Werk als Hommage an den verstorbenen Unternehmer.
Marko weist die Anschuldigungen entschieden zurück. Gegenüber „Bild“ stellte der Grazer klar: „Das Buch ist eine Summe von Unwahrheiten, auf die ich nicht näher eingehen will.“
Tod von Didi Mateschitz veränderte alles
In einem Interview mit „Autosport“ äußerte sich Horner zuletzt zu seinem Abschied. „Ich glaube, das Unternehmen wollte einfach in eine andere Richtung gehen, oder vielleicht wurde wahrgenommen, dass ich zu viel Einfluss auf das Team hatte“, erklärte Horner. „Und natürlich war das Leben nach dem Tod von Dietrich Mateschitz innerhalb des Konzerns ganz anders.“
Den Einfluss des rot-weiß-roten Red-Bull-Gründers auf die Formel 1 hebt der Brite dabei ausdrücklich hervor. „Es ist leicht zu unterschätzen, was Mateschitz tatsächlich für die Welt des Motorsports getan hat.“
Mit dessen Tod sei eine entscheidende Persönlichkeit weggefallen. „Wenn man also einen solchen Gründer verliert, hinterlässt das zwangsläufig eine Lücke, und es ist einfach anders.“
Horner weiter: „Danach war es einfach anders. Plötzlich gab es viel mehr Gremien- und Konzernsteuerung als vielleicht bei einem einzelnen Gründer und dem Entscheidungsprozess, an den wir uns gewöhnt hatten.“
„Helmut und ich haben kein Verhältnis mehr“
Horner hatte in letzter Zeit gelegentlich Kontakt mit RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und mit den Anteilseignern Mark Mateschitz und Chalerm Yoovidhya. Zum Beispiel in dieser Saison nach dem GP in Malaysia, wo Red Bull erstmals mit dem selbstgebauten Motor gewann. Ein Projekt, das noch unter der Führung von Horner und Marko auf Kurs gebracht worden war. Nur mit Marko will Horner nicht mehr gesprochen haben, seit er sein Büro in Milton Keynes räumte: „Helmut und ich haben kein Verhältnis mehr.“
Der einst so erfolgreiche Red-Bull-Führungszirkel ist damit endgültig Geschichte. Der Streit zwischen Horner und Marko dürfte die Formel 1 allerdings noch länger beschäftigen ...
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.