Auf nasser Fahrbahn geriet ein voll besetztes Auto ins Schleudern, überschlug sich und prallte gegen einen Stein. Zwei junge Salzburger starben. Die Fassungslosigkeit war am Tag danach allgegenwärtig. Der Großvater eines Todesopfers kam mit dem Rad zum Unglücksort – wo unzählige Freunde und Bekannte bereits bittere Tränen vergossen.
Hans S. hat sich mit seinem Fahrrad zur Unfallstelle aufgemacht. Der 90-Jährige trat knapp zwölf Kilometer lang in die Pedale, kam aus Lamprechtshausen zur Unfallstelle nach Nußdorf. Seine Stimme war zittrig, die Augen glasig. Trotz aller Strapazen wollte der Pensionist unbedingt jenen Ort besuchen, an dem einige Stunden zuvor seine Enkelin (16) ihr Leben verlor. „Es ist alles so unbegreiflich, Marie war so ein lebensfrohes Kind. Sie hatte noch so viel vor sich“, schüttelte er den Kopf.
Das tragische Unglück passierte in der Nacht auf Sonntag. Ein junger Flachgauer (17) war mit seinem BMW im Gewerbegebiet Pabing unterwegs. Mit an Bord: vier Bekannte, allesamt zwischen 16 und 18 Jahre alt. Bei offensichtlich stark überhöhter Geschwindigkeit – erlaubt sind in diesem Streckenabschnitt maximal 50 km/h – geriet das voll besetzte Auto auf der nassen Fahrbahn ins Schleudern. Der Pkw touchierte mehrere Straßenblöcke, überschlug sich daraufhin mehrfach und prallte gegen einen massiven Stein. Der Fahrer und sein Beifahrer (17) konnten sich selbst auf dem Fahrzeugwrack befreien. Das Trio auf der Rückbank des BMWs wurde aus dem Auto geschleudert.
Für Marie und einen 17-jährigen Burschen kam jegliche Hilfe zu spät. Sie verstarben noch an der Unfallstelle. Das dritte Opfer – eine 18-jährige Frau aus Oberndorf – erlitt schwere Verletzungen. Kaum begreiflich: Die Mutter von Marie S. kam erst im Frühjahr bei einem Alpinunfall ums Leben.
Die beiden Opfer waren nicht angeschnallt
Feuerwehr und Rotes Kreuz machten sich mit einem Großaufgebot zum Unglücksort auf. Selbst ein Notarzt aus dem benachbarten Bayern war im Einsatz. Auf Geheiß der Staatsanwaltschaft untersuchte der Sachverständige Gerhard Kronreif die Unfallstelle. Er sicherte noch in der Nacht Spuren, untersuchte das demolierte Auto. „Es gilt jetzt, die Steuergeräte des Autos auszuwerten“, meinte der Experte. Laut Polizei waren die drei Personen auf der Rückbank nicht angegurtet. Kronreif appellierte daher : „Mit einem Sicherheitsgurt ist die Überlebenschance im Ernstfall zehnmal höher.“ Fakt ist: Der Unfalllenker war nicht alkoholisiert.
Fassungslosigkeit am Tag danach
Die Bestürzung und Fassungslosigkeit ist nach dem tragischen Unfall in der ganzen Region immens. Den gesamten Sonntag über besuchten etliche – meist sehr junge – Menschen die Unglücksstelle. Sie zündeten Kerzen an, legten Blumen nieder, fielen sich in die Arme und weinten bitterlich. Freunde des verstorbenen Elixhauseners stellten als letzten, stillen Gruß ein Foto des Burschen samt seiner Katze auf. Der Jugendliche hätte heute seinen 18. Geburtstag gefeiert.
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