Homosexuelle Beziehung
Premier der Niederlande wird dank Leihmutter Vater
Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten (39) und sein Verlobter Nicolás Kennan (29) werden Väter. Das teilte das Paar auf Instagram mit. Sie seien der Spenderin der Eizelle und ihrer Leihmutter Lisa und deren Familien „super dankbar“, schrieb das Paar.
„Ohne euch wäre das alles nicht möglich“, schrieben Jetten und Kennan weiter. Dazu posteten sie ein gemeinsames Bild mit einem Ultraschallfoto. Das Kind werde 2027 geboren, hieß es. Auf Instagram bekam das Paar viele Glückwünsche. Auf anderen sozialen Medien wie etwa X sind aber auch viele hasserfüllte Kommentare zu lesen. Der niederländische Ministerpräsident wird laut eigener Aussage täglich wegen seiner Homosexualität bedroht und erstattet einmal wöchentlich Strafanzeige.
Jetten ist seit Anfang des Jahres der erste offen homosexuelle Regierungschef der Niederlande. Sein argentinischer Partner Kennan ist professioneller Hockeyspieler und argentinischer Nationalspieler. Ursprünglich wollten beide in diesem Jahr heiraten. Doch die Hochzeit wurde auf nächstes Jahr verschoben – begründet mit dem vollen Terminkalender des Premiers.
Hier sehen Sie das Posting, mit dem die künftige Vaterschaft angekündigt wurde:
So ist die gesetzliche Lage in den Niederlanden
In den Niederlanden ist „altruistische Leihmutterschaft“ erlaubt. Damit ist gemeint, dass für das Austragen der Kinder kein Geld fließen soll. In der Praxis steht die Möglichkeit fast ausschließlich Paaren offen, die in den Niederlanden leben und die Leihmutter persönlich kennen. Eine Straftat wäre es hingegen, professionell oder kommerziell zwischen der Leihmutter und den Wunscheltern zu vermitteln.
In anderen europäischen Ländern wie Griechenland und der Ukraine ist mit Kosten bis zu 100.000 Euro zu rechnen. In Österreich ist die Leihmutterschaft laut dem Fortpflanzungsmedizingesetz verboten. Demnach ist die Mutter eines Kindes jene Frau, die es geboren hat.
Spahn-Rücktritt im Sommer
In Deutschland ist im Sommer eine breite Debatte über Leihmutterschaft geführt worden, nachdem CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn (46) und sein Ehemann mithilfe einer Leihmutter in den USA Väter geworden waren. Spahn hatte in der Vergangenheit gesagt, aufgrund des Kindeswohls gegen die Leihmutterschaft zu sein. Er bekam daher reichlich Kritik und trat letztlich als Fraktionschef zurück. In den Vereinigten Staaten ist Leihmutterschaft legal – nicht nur für die eigene Bevölkerung, sondern auch für Menschen aus dem Ausland. In Deutschland gibt es, wie in Österreich, ein Verbot.

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