Weil das Geld fehlt
Welternährungsprogramm kürzt Gaza-Hilfe drastisch
Eine halbe Million notleidende Menschen bekommt nichts mehr, viele weitere bekommen weniger Nahrung: Das Welternährungsprogramm (WFP) fährt seine Ernährungshilfe im Gazastreifen drastisch runter. Der Grund für die Kürzungen: Dem Programm fehlt es an Geld.
Grund für die Kürzung der Ernährungshilfe um rund ein Drittel seien Finanzierungslücken, erklärte das Welternährungsprogramm in der Mitteilung. Ab diesem Monat unterstützt die UNO-Organisation demnach noch 1,1 Millionen Menschen.
Halbe Million Menschen weniger versorgt
Zuvor habe sie seit Beginn der Waffenruhe-Vereinbarung im Oktober 2025 jeden Monat rund 1,6 Millionen Palästinenser etwa mit Lebensmittelpaketen, Brot und Bargeld versorgt. „WFP verfügt jetzt nicht mehr über ausreichende Finanzierungen, um dieses Hilfsniveau aufrechtzuerhalten“, teilte die Organisation weiter mit. Die Zahl der täglich ausgegebenen warmen Mahlzeiten falle von 250.000 auf 150.000.
Auch diejenigen, die weiterhin Unterstützung erhielten, bekommen demnach nun weniger Hilfe. Die Organisation habe die Lebensmittelrationen um die Hälfte gekürzt. Auch warme Mahlzeiten würden jetzt seltener verteilt. Das WFP benötigt nach eigenen Angaben für die kommenden sechs Monate dringend 450 Millionen US-Dollar (rund 400 Millionen Euro), um die lebensnotwendige Hilfe im Gazastreifen und im israelisch besetzten Westjordanland fortzusetzen.
Hilfsprogramm sieht „akute Mangelernährung“ bei vielen Menschen
Derzeit leiden dem Welternährungsprogramm zufolge etwa 1,4 Millionen Menschen in Gaza – also zwei Drittel der dortigen Bevölkerung – unter einer schweren Ernährungskrise. Rund 200.000 von ihnen befänden sich in einer akuten Notlage. „Wir sagen der Welt, dass es jetzt nicht an der Zeit ist, wegzuschauen“, sagte der kommissarische WFP-Direktor Carl Skau der Nachrichtenagentur Reuters im Gazastreifen. Die für Palästinenserangelegenheiten zuständige israelische Behörde COGAT betont wiederum, es gebe keine akute Ernährungsunsicherheit im Gazastreifen.
Regierung: Kürzungen könnten Hungersnot auslösen
Ein Jahr nach der Vereinbarung der Waffenruhe sei das Leben dort noch immer schwer. Es fehle an angemessenen Unterkünften, einer Grundversorgung und Sicherheit. Die von der Hamas geführte Pressestelle der Regierung im Gazastreifen nannte die Kürzungen katastrophal. Sie könnten eine Hungersnot auslösen.
Die im vergangenen Jahr von den USA vermittelte Waffenruhe sieht einen Wiederaufbau des Gebiets vor. Die Umsetzung des Abkommens kommt jedoch kaum voran. Israelische Streitkräfte halten weiterhin mehr als 60 Prozent des Territoriums besetzt und fliegen fast täglich Luftangriffe. Die Hamas kontrolliert den Großteil der Gebiete, in denen mehr als zwei Millionen Palästinenser leben. Sie harren zumeist in provisorischen Unterkünften aus und werden Hilfsorganisationen zufolge nur unzureichend versorgt.

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