Brennende Häuser, zerstörte Straßenzüge, unzählige Verletzte: Wer hinter der Gewalteskalation in Frankreich steckt und wer politisch davon profitieren wird, verrät der deutsche Politikwissenschaftler Jacob Ross.
„Krone“: Warum ist Frankreichs Jugend dieser Tage dermaßen in Rage?
Jacob Ross: Die Lage ist so kompliziert wie explosiv. Aus dem Nichts kommt diese Gewalt aber nicht. Diese „urbanen Unruhen“, wie es die französischen Behörden nennen, brachen in der Vergangenheit immer wieder aus. Dieses Mal ist der Aufhänger der Protest für bessere Bedingungen an Schulen und Unis. Diese ursprünglichen Anliegen treten aber relativ flott in den Hintergrund. Die Proteste der Schüler und Studenten gegen das marode Bildungssystem sind absolut legitim. Aber: Diese werden von Gruppen aus dem linksautonomen Milieu sowie politischen Parteien instrumentalisiert. Hinzu kommt die französische Polizei, die sehr rabiat durchgreift und die Gewalt so noch weiter befeuert. Nicht zuletzt gibt es eine Gruppe von migrantischen Jugendlichen aus den Vorstädten, die die Proteste nutzen, um selbst Gewalt auszuüben. Die Politik ist ihnen völlig egal.
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