Seit dem Wochenende ist es fix. Die Universitäten kriegen in der kommenden Leistungsperiode wieder 16 Milliarden Euro. „Es ist eine reale und massive Kürzung damit verbunden“, warnt Brigitte Hütter, Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko) – mindestens ein Zehntel des Personals müsse abgebaut werden.
Die Universitäten kündigen für die Jahre 2028 bis 2030 einen Abbau von Personal im Ausmaß von mindestens zehn Prozent an. Der Regierung warf die uniko aufgrund der Darstellung der Budgetzahlen ein Schönrechnen der Beträge vor.
Von den 16 Milliarden Euro müssen etwa Ärztegehälter finanziert werden. Genauso wie der Ausbau der Interdisciplinary Transformation University (IT:U) Austria in Linz und der dortigen Medizinfakultät – wobei das laut Wissenschaftsministerium schon in den vergangenen Jahren der Fall war. Dazu käme laut Hütter noch die zu erwartende Inflation bzw. die daraus folgenden Gehaltssteigerungen.
Mit dem Geld, das den Unis jetzt zusteht, würden viele Universitäten ins Frühwarnsystem kommen und Sanierungsverfahren einleiten müssen, warnte Hütter. Dann würden auch Lehrveranstaltungen gestrichen und Wissenschaftler-Jobs viel später oder gar nicht mehr nachbesetzt werden. Auch die Einrichtung von Forschungsgebäuden würde dann verschoben werden.
Geplant waren für die Leistungsperiode 2028 bis 2030 15,5 Milliarden Euro, die Universitäten fordern 18 Milliarden. Jetzt steht fest, dass die Unis 16 Milliarden Euro kriegen.
Nachwuchs und Spitzenforschung betroffen
Man werde vor allem bei Nachwuchswissenschaftlern streichen müssen, da diese befristete Verträge haben, sowie am oberen Ende Top-Forscher verlieren, meinte der Rektor der Universität Wien, Sebastian Schütze. Gerade Disziplinen wie Experimental- oder Quantenphysik, wo man stark sei, seien teure Gebiete.
Aufgrund der Kürzungen werde man keine nennenswerten Beiträge zur Industriestrategie leisten können, so der Rektor der Technischen Universität (TU) Wien, Jens Schneider. Das Argument, dass man für Einsparungen nur kleinere sozialwissenschaftliche Studienrichtungen wie die Slawistik schließen müsse, kann er nicht nachvollziehen. Das bringe kaum Mittel. „Das Geld steckt in den Laboren, Kliniken und der Spitzenforschung.“
Auch der Rektor der Medizin-Uni Wien, Markus Müller, warnte im Ö1-„Mittagsjournal“ vor den Auswirkungen des neuen Budgets. Ob oder wie viele Arztposten im Wiener AKH jetzt wegfallen könnten, ist für Müller „ungeklärt“. Das AKH wird gänzlich von der Medizin-Uni Wien gestellt.
„Kein gutes Signal“
Kritisch bewertete der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) das Uni-Budget: Es sei „kein gutes Signal für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Österreich“. Die Grüne Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer sprach von einer „Bankrotterklärung für die Wissenschaftspolitik dieser Regierung“.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.