70 Jahre ist es her, dass sich tausende Flüchlinge ins Burgenland und damit in die Freiheit retteten. Am Samstag wurde an diese Ereignisse erinnert.
Am 23. Oktober 1956 begann in Ungarn ein Volksaufstand gegen die sowjetische Besatzung und das kommunistische Regime. Mehr als 200.000 Menschen flohen n den Westen. Rund 70.000 Flüchtlinge querten dabei den Einserkanal in Andau, zum Teil über eine kleine Grenzbrücke.
„Viele wissen nicht, dass nicht alle durch oder über den Einserkanal gekommen sind. Der Großteil der Flüchtlinge ist aber definitiv weiter hinten übers Land gekommen“, schildert der Halbturner Historiker Herbert Brettl, der für die Gemeinde Andau eine neue Gedenkplattform mit den geschichtlichen Details gestaltet hat. Denn weiter hinten konnten sie trockenen Fußes nach Österreich einreisen. „Nur ein Bruchteil ist durch den Einserkanal gekommen, trotzdem ist die Brücke von Andau damals zum Symbol der Menschlichkeit geworden“, so Brettl. Die Weltpresse berichtete ausführlich darüber.
Einer, der 1956 mit dabei war und mit seiner Familie Flüchtlinge ins von der Grenze neun Kilometer entfernte Dorf gebracht hat, war Josef Lang. Er war damals 20 Jahre alt und mit Feldarbeiten beschäftigt, als zwei Männer und eine Frau auftauchten. „Wir haben sie mit dem Wagen nach Andau gebracht, da der Weg ja doch sehr weit ist“, so Lang. „Die Hilfsbereitschaft damals war wirklich groß“, erinnert er sich.
Im November sprengten sowjetische Truppen dann die Brücke. Erst Jahre später – 1996 – wurde sie wieder aufgebaut – sie liegt ja komplett auf ungarischem Gebiet und konnte somit nur in Partnerschaft mit den Nachbarn errichtet werden. Weitere Erneuerungen gab es 2006 und 2022.
Großer Festakt gemeinsam mit Nachbarn
Am Samstag lud man nun zum Gedenken und zum dreistündigen Festakt mit Kranzniederlegung direkt an die Brücke von Andau, wobei auch die neue Gedenkplattform, die den in die Jahre gekommenen Gedenkturm abgelöst hat, feierlich gesegnet.
An die historischen Ereignisse wurde gemeinsam mit der ungarischen Nachbargemeinde Osli erinnert. „Eine Zeit, die man nicht vergessen darf“, waren sich alle einig.
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