Während die Salzburger Austria ihren 1:0-Auswärtssieg im Zweitliga-Westerby in Innsbruck feierte, präsentierten Wacker-Hooligans vor dem Stadion die hässliche Fratze des Fußballs. Davon bekamen die Spieler wenig mit, wie der violette Abwehrchef Luca Meisl der „Krone“ berichtete.
Jubelnd stürmten die Austria-Spieler nach dem Schlusspfiff in Richtung des Gästesektors, um mit den mitgereisten Fans zu feiern. 1:0 im mit Spannung erwarteten Westderby bei Wacker Innsbruck – was für ein Erfolg für die Violetten!
Ausgelassen sangen Spieler und Anhänger gemeinsam, während sich die Stimmung außerhalb des Stadions immer weiter aufheizte. Einige Wacker-Hooligans taten sich mit der Niederlage schwer. Rund um den Tivoli wurde es deshalb brenzlig.
150 Wacker-Fans wollten Austrias Anhänger attackieren
„Nach dem Spielende durchbrachen mehr als 150 überwiegend vermummte Anhänger der Heimmannschaft einen Begrenzungszaun der östlich des Stadions gelegenen Sportanlage, offensichtlich um die Gästefans tätlich anzugreifen“, heißt es in einem Bericht der Tiroler Landespolizeidirektion. „Dabei wurden unter anderem Feuerwerksraketen gezielt in Richtung der eingesetzten Polizeikräfte sowie der Gästefans abgeschossen.
Die Exekutive handelte umgehend, setzte Pfefferspray sowie Schlagstöcke ein und schleuste die Austria-Anhänger in die Busse, damit diese rasch die Heimreise antreten konnten. Da jedoch einige wenige mit ihren Pkws in der Stadt parkten, konnten diese von den schwarz-grünen Chaoten gestellt werden. Die unrühmliche Bilanz der Vorfälle: Fünf Festnahmen, neun kurzzeitige Verwaltungsfestnahmen sowie 21 Anzeigen wegen Anstandsverletzungen, Ordnungsstörung, aggressiven Verhaltens und Verstößen gegen das Vermummungsverbot.
Meisl: „Es ist traurig, dass so etwas passiert“
Von all dem bekamen die Spieler wenig mit. „Wir waren noch ewig in der Kabine und haben dort gegessen. Ich habe erst viel später gelesen, was passiert ist“, erklärte Abwehrchef Luca Meisl, der sich wie seine Kollegen aufopferte, um die Null zu halten.
Die Stimme des 27-Jährigen war am Tag nach dem Derby angeschlagen. „Es hätte mich sonst keiner gehört“, grinste er und strich die besondere Atmosphäre während der Partie hervor. „Ich habe schon vor vollem Haus bei Rapid gespielt, aber dort war es nicht annähernd so laut. Für solche Spiele wirst du Profi!“
Die Eskalation der Wacker-Fans sowie ein Becherwurf gegen Trainer Christian Schaider stimmte ihn aber nachdenklich. „Es ist traurig, dass so etwas passiert. Das hat in der Gesellschaft nichts verloren.“
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