Vorbild Frankreich?
Ausschreitungen bei Protesten in mehreren Ländern
Am Samstag haben nicht nur in Frankreich zahlreiche Menschen gegen die hohen Lebenshaltungskosten protestiert. Auch in Italien, Belgien und Portugal gingen Menschen auf die Straße. Es kam ebenfalls zu Ausschreitungen, unter anderem in Brüssel und Mailand.
Vor dem Mailänder Dom haben Demonstrantinnen und Demonstranten am Samstag Einsatzkräfte mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. Die italienische Polizei setzte Tränengas ein. Geschäfte schlossen ihre Rollläden, Touristinnen und Touristen flohen aus dem Stadtzentrum. Mehrere Menschen wurden verletzt, Polizeifahrzeuge beschädigt und zahlreiche Personen festgenommen. In der norditalienischen Stadt Bologna kam es bei einer Demonstration zu Gewalt. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Menschen auseinanderzutreiben und nahm sieben Personen fest.
In Belgiens Hauptstadt Brüssel versammelten sich am Samstag mehrere hundert, überwiegend junge Menschen im Stadtzentrum. Viele von ihnen waren maskiert und riefen antifaschistische Parolen. Es kam zu Sachbeschädigungen. Auch in diesem Fall setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer ein. In Belgien haben sich die Proteste zu einer breiteren Bewegung ausgeweitet, bei der es um soziale Ungleichheit, öffentliche Ausgaben und den allgemeinen Lebensstandard geht.
Zeltlager in Porto geräumt
Im Zentrum von Lissabon haben am Samstag ebenfalls zehntausende Menschen gegen stark gestiegene Lebenshaltungskosten und die Wohnungskrise demonstriert. Der Aktion waren Tage wachsender Unruhe vorausgegangen. In der Stadt Porto hatte die Polizei am Montag ein Zeltlager von Aktivistinnen und Aktivisten geräumt. Der Minister für parlamentarische Angelegenheiten, Carlos Abreu Amorim, sagte am Freitag, die Regierung werde dem Druck der Straße nicht nachgeben. Es seien bereits konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht worden. In Portugals Großstädten haben sich die Immobilienpreise seit 2017 mehr als verdoppelt, die Mieten für Neuverträge sind in einem ähnlichen Ausmaß gestiegen.
Wie berichtet, ist es am Samstag auch in Frankreich zu zahlreichen Ausschreitungen gekommen. Ungefähr 400 Menschen wurden festgenommen. Die Demonstrierenden setzten unter anderem öffentliche beschädigten Geschäfte und plünderten. Die Polizei bleibe in hoher Bereitschaft, um gewalttätige Gruppen einzudämmen, teilte das Innenministerium am Abend mit.

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