Gewalt bei Protesttag

Demonstranten greifen TV-Sender in Paris an

Ausland
17.10.2026 14:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der landesweite Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missständen an Schulen in Frankreich bereitet den Sicherheitskräften wie erwartet einen heißen Samstag. In mehreren Städten kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen und Blockaden. In Paris griffen rund hundert Demonstranten den Sitz eines TV-Senders an. Die Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Protestierenden vor. Es gibt bereits zahlreiche Festnahmen.

Das Innenministerium verzeichnete zu Mittag landesweit 140 Protestaktionen mit 32.800 Beteiligten. Am frühen Nachmittag waren in Paris und vielen anderen Städten Demonstrationszüge geplant. Frankreichweit wurde mit bis zu 170.000 Protestierenden gerechnet, davon zwischen 30.000 und 60.000 allein in Paris. Wie es aus dem Innenministerium hieß, gibt es bei den Protesten eine sehr starke Mobilisierung der ultralinken Szene, die einzig und allein darauf aus sei, Unruhe zu stiften. Es gebe gezielte gewalttätige Übergriffe durch zu schwarzen Blöcken zusammengeschlossene vermummte Personen, insbesondere in Paris, Marseille, Rennes, Toulouse und Angers.

Auch dem Denkmal der Republik in Paris wurde in eine gelbe Weste verpasst.
Auch dem Denkmal der Republik in Paris wurde in eine gelbe Weste verpasst.(Bild: AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT)
Eindeutige Geste in Richtung der Sicherheitskräfte, die mit Tränengasgranaten schießt.
Eindeutige Geste in Richtung der Sicherheitskräfte, die mit Tränengasgranaten schießt.(Bild: AFP/CHRISTOPHE ARCHAMBAULT)
An zahlreichen Orten in Paris und anderen Großstädten brennt es.
An zahlreichen Orten in Paris und anderen Großstädten brennt es.(Bild: AFP/KIRAN RIDLEY)
Die Polizei wird an diesem Protesttag enorm gefordert.
Die Polizei wird an diesem Protesttag enorm gefordert.(Bild: EPA/YOAN VALAT)

Plünderungsversuche, Angriffe auf Ordnungskräfte
Das Ministerium berichtete von Plünderungsversuchen, Angriffen auf Ordnungskräfte, Brandstiftungen im öffentlichen Raum und gezielten Angriffe auf Behörden und Medien. In Paris griffen rund hundert Demonstranten den Sitz des TV-Senders CNews an, der zum Konzern des rechtsgerichteten französischen Milliardärs Vincent Bolloré gehört. 21 Menschen wurden festgenommen, die Gegenstände auf Fenster des Gebäudes warfen, wie die Polizei mitteilte. In dem Gebäude befindet sich auch der Radiosender Europe1.

Rückkehr der „Gelbwesten“
Rund 100 Menschen wurden nach Angaben der Pariser Polizeipräfektur festgenommen, weil sie Waffen und andere verbotene Gegenstände dabeihatten. Präsident Emmanuel Macron hatte die Menschen am Vorabend ermahnt, friedlich zu protestieren. Das Ausmaß der Proteste, zu denen sich ehemalige Angehörigen der früheren Protestbewegung „Gelbwesten“, Schüler, Studierende, Klimaschützer und sogar Landwirte verabredet haben, war unter anderem wegen des Beginns der Ferien zunächst schwer abzusehen.

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