Die Stadt Oberwart übernimmt weitere Haftung über 300.000 Euro. Ein neuer Beirat soll künftig bei der stadteigenen Gesellschaft mitreden.
Nach einer Haftungsübernahme über 1,5 Millionen Euro im März muss die Stadt Oberwart erneut für ihre Messegesellschaft geradestehen. Der Gemeinderat beschloss Donnerstagabend einstimmig eine weitere Haftung über 300.000 Euro. Damit erhält die Gesellschaft einen Kontokorrentrahmen, um finanzielle Engpässe zu überbrücken. Für eine Überraschung sorgte Geschäftsführer Roland Poiger: Er schlug selbst einen fünfköpfigen Beirat vor, der künftig bei der wirtschaftlichen Planung mitreden soll.
Unregelmäßige Einnahmen
Auch dafür gab es grünes Licht. Von einer finanziellen Schieflage wollte er nichts wissen. Vielmehr gehe es um „Liquiditätssteuerung“. Das Problem: Während Gehälter und andere Kosten regelmäßig anfallen, fließen Einnahmen unregelmäßig. In den nächsten zwei Jahren hoffe man, einen finanziellen Polster aufgebaut zu haben. Das neue Gremium, in dem je zwei Vertreter der SPÖ und ÖVP sowie ein FPÖ-Mandatar vertreten sind, soll Handlungsempfehlungen und einen Investitionsplan erarbeiten sowie bei der Budgeterstellung mitwirken. Langfristig soll der Gesellschaftsvertrag überarbeitet werden und eine Geschäftsordnung beschlossen werden.
Schließlich habe sich das Geschäftsfeld deutlich erweitert. Ganz ohne Kritik verlief die Debatte allerdings nicht. SPÖ-Vizebürgermeister Michael Leitgeb erinnerte daran, dass seine Partei schon vor längerer Zeit auf die hohen Personalkosten hingewiesen habe. Poiger müsse der Bevölkerung reinen Wein einschenken und die Zahlen offenlegen. Mittlerweile gebe es ein Glaubwürdigkeitsproblem.
Verlässliche Maßnahmen erwartet
Die rückläufigen Umsätze seien keineswegs erfreulich, daher erwarte man verlässliche Maßnahmen, meinte SPÖ-Stadtrat Marc Seper. Auch aus den Reihen der ÖVP kam Kritik. Gemeinderat Dieter Reischitz meinte, die Eigentümervertreter hätten früher handeln müssen. Stadtchef Georg Rosner (ÖVP) räumte zudem ein, „dass nicht alles Sonnenschein ist, aber die Gesellschaft auf soliden Beinen steht“.
Man müsse alles versuchen, um das Aushängeschild der Stadt nicht in ein schlechtes Licht zu rücken. Poiger versicherte indes, dass kein Euro aus der Stadtkasse in die Gesellschaft fließe. Dass die Oberwarter wissen wollen, wie es um ihre Messe steht, könne er verstehen. Die Geschäftszahlen könne er dennoch nicht offenlegen. Seine Begründung: Die Konkurrenz lese schließlich mit.
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