Nach einem Millionen-Kredit und einem schweren Sommer braucht die Messe Oberwart erneut Geld. Der Bürgermeister der südburgenländischen Bezirksstadt spricht von einer Überbrückung.
Erst im März hatte der Gemeinderat mit einer Haftungsübernahme für einen Kredit über 1,5 Millionen Euro die finanzielle Zukunft der stadteigenen Inform Events GmbH abgesichert. Jetzt braucht die Gesellschaft offenbar erneut frisches Geld. Geschäftsführer Roland Poiger spricht von „Liquiditätssteuerung“. Hinter vorgehaltener Hand ist von einem sechsstelligen Minus in der Bilanz die Rede. Am Donnerstag beschäftigt sich der Gemeinderat mit dem Thema.
Dass die Gesellschaft zusätzliche finanzielle Mittel benötigt, bestätigt allerdings Stadtchef Georg Rosner (ÖVP). Der Grund sei vor allem ein schwieriger Sommer, in dem die Besucherzahlen in der Trampolinhalle „Star Jump“ hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Die Veranstaltungssaison würde nun wieder voll durchstarten, bis dahin brauche es eine finanzielle Überbrückung.
Weniger Personal, kürzere Öffnungszeiten
Geschäftsführer Roland Poiger verweist auf die unregelmäßigen Einnahmen aus dem Messe- und Veranstaltungsbetrieb, denen über das Jahr weitgehend gleichbleibende Ausgaben gegenüberstehen. Bei den Energiekosten, beim Personal und bei den Öffnungszeiten habe man zuletzt bereits nachgeschärft.
Von einer finanziell angeschlagenen Gesellschaft will der Bürgermeister dennoch nichts wissen. „Das ist keine kranke Gesellschaft“, betont er. Vielmehr handle es sich um einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für Oberwart, von dem zahlreiche Betriebe profitieren würden. Das Anlagevermögen beziffert Rosner mit rund acht Millionen Euro. In den vergangenen Jahren sei viel investiert worden, ohne dass die Stadt Geld zuschießen musste. „Den Steuerzahler kostet das nichts“, so der Stadtchef. Auch die bestehenden Kredite würden ordnungsgemäß bedient. Für Rosner steht daher fest: Die Messe müsse die Möglichkeit haben, ihren laufenden Betrieb eigenständig zu finanzieren.
Verbindlicher Investitionsplan
Politisch bleibt die Sache heikel. Schon die letzte Finanzspritze hatte für Debatten gesorgt. Damals verlangte die SPÖ einen verbindlichen Investitionsplan und regelmäßige Berichte über die wirtschaftliche Entwicklung im Gemeinderat. Zur aktuellen Situation hält man sich mit Verweis auf eine vereinbarte Verschwiegenheitsklausel bedeckt.
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