Verwahrlost, bis auf die Knochen abgemagert – unter miserablen Bedingungen hielt ein Besitzer im Burgenland Pferde, Schafe & Co. Eine Amtstierärztin leitete jetzt eine Hilfsaktion ein.
Der aufsehenerregende Fall hatte im Sommer dieses Jahres für Wirbel unter Tierschützern gesorgt. Nach einer Anzeige mussten die zuständigen Behörden auf einem weitläufigen Grundstück im Bezirk Jennersdorf umgehend einschreiten. Der erschreckende Anblick von heruntergekommenen Ponys, verfilzten Schafen mit wunden Klauen und verwahrlosten Pferden, bis auf die Knochen abgemagert, hatte Alarm ausgelöst. Als Tränken waren alte Badewannen aufgestellt – in der extremen Hitze nur eine ein wenig gefüllt, das Wasser total verschmutzt. Alle Tiere wurden dem nachlässigen Besitzer abgenommen.
Neuer Platz für zwei Tiere
Dem tragischen Ende knapp entronnen, konnte für zwei Pferde bereits ein neuer Platz gefunden werden. Die frühere Landtagspräsidentin Verena Dunst und Bürgermeister Helmut Sampt aus Minihof-Liebau übernahmen gemeinsam die Patenschaft für die Stute „Verena“. Um das kleine Ross „Hans Peterle“ kümmern sich nun Amtstierärztin Michaela Labitsch, Initiatorin der Hilfsaktion, und ihr Lebensgefährte, Dr. Burkhard Benedek. Untergebracht sind die geretteten Vierbeiner – ihr Alter wird auf sieben und zehn Jahre geschätzt – im Naturwinkel Saufuß, wo Polizist Rudolf Pilz auf das Wohl von (Wild-)Tieren aller Art achtet.
Für den Transport und das Futter kam die hilfsbereite Bauernfamilie Uitz auf. „Der Gesundheitszustand von ,Verena’ und ,Hans Peterle’ war derart besorgniserregend, dass befürchtet wurde, sie einschläfern zu müssen. Jetzt dürfen die beiden zur Ruhe kommen und das Pferdeleben richtig genießen“, merken die neuen Paten voller Zuversicht an.
„Weitere Schritte unumgänglich“
Eingeschaltet in den heiklen Fall ist ebenso die „Krone“-Tierecke. Bei der „Razzia“ im Stall des angezeigten Besitzers mussten neben fünf verängstigten, entkräfteten Schafen, die kaum noch steh- und gehfähig waren, insgesamt elf teils extrem ausgezehrte Pferde – darunter ein Hengst-Fohlen und Ponys – beschlagnahmt werden. „Um die unerfreuliche Causa mit einem guten Gefühl abschließen zu können und sämtliche Tiere in Obhut zu wissen, sind weitere Schritte unumgänglich“, teilen die Beteiligten mit.
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