Eine private Volksschule in Niederösterreich steht unter der Leitung eines Verfechters der umstrittenen „Original Play“-Methode: Nach erster Kritik von Eltern ermittelt nun die Schulaufsicht.
Beim berüchtigten „Original Play“ rollen, raufen und rangeln Erwachsene mit Kindern auf dem Boden. Was die Betreiber als gewaltfreies Spielen bezeichnen, sehen Kritiker als Grenzüberschreitung.
Bereits 2019 sorgten Missbrauchsvorwürfe im Umfeld der „Methode“ für Schlagzeilen. Das Land Niederösterreich zog daraufhin die Reißleine und untersagte entsprechende Angebote in Schulen und Kindergärten.
Jetzt steht aber der Direktor einer privaten Volksschule aus dem Wiener Umland in der Kritik. Laut einem Schreiben besorgter Eltern soll der Schulleiter seit Jahren selbst als „Spielgefährte“ aktiv und zudem Vorstandsmitglied des Vereins „Original Play Österreich“ sein.
Es braucht eine Garantie, dass Kinder in der Schule geschützt sind und nicht solch grausige Spielchen mitmachen müssen.
Michael Schnedlitz, FPÖ-General aus NÖ
Besonders brisant: Für den 14. November sind sowohl ein Tag der offenen Tür an der Schule als auch „Original Play“-Praxistage im Weiten Land angekündigt – ein Zusammenhang?
Massive Bedenken der Schulaufsicht, Zusammenarbeit untersagt
Auf Anfrage der „Krone“ bestätigt die Bildungsdirektion den bestehenden Erlass. Gegen die Einbindung des Vereins in den Unterricht bestünden „aus pädagogischer und schulpsychologischer Sicht massive Bedenken“.
Die zuständige Schulaufsicht habe deshalb umgehend Kontakt mit dem Direktor aufgenommen und ihm untersagt, jegliche schulische Kooperation mit dem Verein fortzusetzen. Zudem wurde eine Erklärung für die Umtriebe eingefordert.
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz fordert nach Bekanntwerden auch harte Konsequenzen für den Pädagogen: „Bei Kindesmissbrauch und Co. braucht es die Höchststrafe und nicht auch noch Praktiken, die Tür und Tor für Missbrauch öffnen.“
Ob die umstrittene Methode tatsächlich an der betroffenen Schule angewendet wurde, ist bislang nicht belegt. Fest steht jedoch: Die Bildungsdirektion in Niederösterreich nimmt die Hinweise ernst und hat bereits konkrete Schritte gesetzt ...
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