Dramatische Stunden

Lungen-OP bei Papst Leo: Bruder ruft zum Gebet auf

Ausland
13.10.2026 09:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Dramatische Stunden in Rom: Ärzte diagnostizierten vor wenigen Tagen bei Papst Leo XIV. in der Lungen einen Knoten „im frühen Stadium“. Der Pontifex wird deshalb am heutigen Dienstag in das Agostino-Gemelli-Krankenhaus eingeliefert, um sich einem Eingriff zu unterziehen.

Wann genau die Operation stattfindet, wurde vom Vatikan nicht mitgeteilt. Der Spitalsaufenthalt des Papstes dürfte eine Woche dauern. Nicht ausgeschlossen wird, dass er am Sonntag von einem Balkon des Krankenhauses das Angelusgebet spricht. Alle Termine des Oberhauptes der römisch-katholischen Kirche wurden bis zum 20. Oktober abgesagt.

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Ich bitte Sie, ihn in Ihre Gebete einzuschließen

Louis Prevost, Bruder von Papst Leo XIV.

Der bei Papst Leo XIV. festgestellte Gewebeknoten wurde bei routinemäßigen Kontrolluntersuchungen entdeckt, hieß es am Montag aus der Pressestelle des Vatikans. Demnach wurde der Befund im Rahmen einer regulären Vorsorgeuntersuchung festgestellt und nicht aufgrund akuter Beschwerden, die weitere Untersuchungen erforderlich gemacht hätten, etwa einer Entzündung oder einer Infektion.

Bruder des Papstes ruft zum Gebet auf
Der Bruder von Papst Leo XIV., Louis Prevost, rief die Gläubigen auf, für einen erfolgreichen Eingriff bei dem Kirchenoberhaupt zu beten. „Ich bitte Sie, ihn in Ihre Gebete einzuschließen, damit die Operation gut verläuft und es keine weiteren Komplikationen gibt“, sagte Prevost der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“.

Louis Prevost zeigte sich zuversichtlich, dass sich der Papst vollständig erholen werde. „Ich bin sicher, dass er sich vollständig erholen und seine Aufgabe als Oberhaupt der katholischen Kirche fortsetzen wird“, sagte der 74-Jährige, der in Florida lebt. Auch Louis Prevost selbst befindet sich nach Angaben der Zeitung derzeit wegen einer Krebserkrankung in den USA im Krankenhaus.

Genesungswünsche aus der ganzen Welt
Rund um den Erdball wünschten Gläubige und Bischöfe ebenfalls zum Gebet auf. In einer Erklärung hoben die Bischöfe laut dem katholischen Nachrichtendienst SIR die „Standhaftigkeit und Demut“ hervor, mit der der Papst die Nachricht von dem Eingriff mitgeteilt habe.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Papst Leo XIV. eine rasche Genesung gewünscht. Zugleich dankte er dem Pontifex für dessen unermüdliche Friedensappelle. Dies teilte die ukrainische Botschaft beim Heiligen Stuhl mit.

Höchste Sicherheitsvorkehrungen in Rom
Mit der Ankunft des Papstes im Krankenhaus wird eine Flugverbotszone über dem gesamten Klinikgelände eingerichtet. Einsatzkräfte sollen den Luftraum mit Hubschraubern, Drohnen und Anti-Drohnen-Systemen überwachen. Mithilfe spezieller Abwehrtechnik sollen unbefugte Beobachtungen aus der Luft verhindert werden. Darüber hinaus werden die Sicherheitskontrollen zum Schutz sämtlicher technischer Systeme der Klinik, insbesondere der IT-Netzwerke, verstärkt. Dafür soll hoch spezialisiertes technisches Personal eingesetzt werden.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Sicherheitskonzepts ist der Schutz der medizinischen Daten des Papstes. Es soll verhindert werden, dass Untersuchungsergebnisse oder Informationen über seinen Gesundheitszustand an die Öffentlichkeit gelangen. Zum Schutz der Privatsphäre des Kirchenoberhaupts werden klinische Untersuchungen, biologische Proben und Blutanalysen voraussichtlich unter alphanumerischen Codes oder Pseudonymen registriert und in den Laboren verarbeitet. Angesichts der Bedrohungen durch hybride Kriegsführung besteht zudem die Gefahr von Hackerangriffen.

Vor dem Gemelli-Krankenhaus haben sich bereits am Montag zahlreiche Kamerateams, Fotografen und Fernsehmoderatoren positioniert, um über den Klinikaufenthalt des Papstes zu berichten. Auch Mitarbeiter des Vatikans sind bereits vor Ort. Sie sichern diskret einige der reservierten Zufahrten zum Krankenhaus. Im übrigen Klinikbereich herrscht unterdessen der übliche Betrieb. Das Gemelli-Krankenhaus ist eines der größten Krankenhäuser der italienischen Hauptstadt.

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