Mehr Tanker in Hormuz

Exportmenge fast normal: Öl bleibt trotzdem teuer

Wirtschaft
09.10.2026 14:00

In den vergangenen Wochen haben wieder mehr Öltanker die Straße von Hormuz passiert. Dabei wurde fast so viel Öl transportiert wie vor dem Beginn des Iran-Kriegs. Trotzdem können die Konsumenten nicht so schnell mit Preisrückgängen bei Sprit & Co. rechnen.

US-Außenminister Marco Rubio erklärte am Mittwoch, dass „fast genauso viel Öl“ durch die Meerenge „geschleust“ werde wie vor dem Beginn des Iran-Kriegs. Das bestätigen auch Daten der Analysefirma Kpler. Ende September wurde im Wochenschnitt 90 Prozent von der Ölmenge durch die Meerenge transportiert wie es noch vor dem Krieg war, wie „Financial Times“ schreibt.

Dass wieder mehr Öltanker unterwegs sind, ist extrem wichtig. Denn seit Beginn des Iran-Kriegs kann deutlich weniger Öl aus den Golfstaaten exportiert werden. Das hat zu enormen Engpässen geführt und die Ölpreise explodieren lassen. Trotzdem bringen mehr Öltransporte keine schnelle Preisentlastung für die Konsumenten an Zapfsäulen & Co.

Denn der Öl-Transport durch die Straße von Hormuz ist enorm teuer. Es ist extrem gefährlich für Schiffe, die Meeresenge zu passieren, weil ihnen jederzeit Angriffe drohen. Das treibt die Kosten für Schiffsbesatzung, Versicherung & Co. nach oben. Diese sind ein Mitgrund dafür, wieso der Ölpreis auf einem vergleichsweise hohem Niveau bleibt.

Der Hintergrund

  • Seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar 2026 ist die Straße von Hormuz zu einem großen Teil blockiert.
  • Im Normalfall wird ein Fünftel des gesamten weltweiten (!) Energiehandels über die Meerenge abgewickelt.
  • Die Straße von Hormuz ist deshalb zu einem zentralen Konfliktpunkt im Krieg geworden.

„Jede Hoffnung zunichte gemacht“
Zusätzlich dazu attackiert der Iran wieder verstärkt Öltanker in der Straße von Hormuz – allein in der vergangenen Woche waren es neun. Dieses Ausmaß von Gewalt hat es seit Monaten nicht mehr gegeben, zeigen Daten von Kpler und der Vereinten Nationen.

Die Eskalation in der Straße von Hormuz „hat jede Hoffnung zunichte gemacht, dass die steigenden Ölexporte aus der Region nachhaltig sein werden“, sagt Tamas Varga, Analyst bei PVM Oil Assosciates dem Sender CNBC. Und tatsächlich wird schon wieder weniger Öl exportiert. Laut „Washington Post“ wurden vergangenen Freitag noch fast 16 Millionen Barrel Rohöl durch die Meerenge transportiert – bis Montag halbierte sich diese Menge. Varga hält es deswegen auch für „unwahrscheinlich“, dass die Ölpreise bald nachhaltig sinken werden.

Sorge vor US-Angriffen treibt Ölpreis
Am Donnerstag stieg der Preis für Brent-Öl zwischenzeitlich sogar auf fast 106 US-Dollar je Fass. Grund dafür waren auch Berichte darüber, dass die USA ihrerseits über neue Angriffe gegen den Iran nachdenken. Trump erklärte allerdings daraufhin: „Wir werden den Iran zu keinem Zeitpunkt vor den Zwischenwahlen, die am 3. November in den Vereinigten Staaten stattfinden, angreifen.“ Das dämpfte die Sorgen über weitere Öl-Versorgungsengpässe wieder etwas und die Ölpreise gaben am Freitag wieder nach.

Doch in Sicherheit wiegen sollte man sich trotzdem nicht. „Jeder Hinweis darauf, dass das Weiße Haus eine Militäraktion neu bewertet, könnte die Ölpreise stark in die Höhe schießen lassen“, sagt Nick Twidale, Chef-Marktstratege bei ATFX Global, wie der Sender ntv berichtet. Die große Frage sei jetzt, „ob Trump bei seinem Wort bleibt, falls sich die iranischen Angriffe verstärken.“

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