Lösung für Kriegsende

Ukrainer zu Verhandlungen auf dem Weg in die USA

Außenpolitik
08.10.2026 20:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein ukrainisches Verhandlungsteam wird am Freitag und Samstag in den USA mit den Unterhändlern von US-Präsident Donald Trump zusammentreffen. Das Weiße Haus bestätigte dies inzwischen.

Das Ukraine-Team werde mit Jared Kushner und Steve Witkoff sprechen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstagabend. Auch ein europäisches Team solle dazustoßen. 

Nach örtlichen Medienberichten werden der Fraktionsvorsitzende von Selenskyjs Partei, David Arachamija, der Chef des Auslandsgeheimdienstes, Rustem Umjerow, der Chef der Präsidialkanzlei Kyrylo Budanow, und Budanows erster Vize, Serhij Kyslyzja, zum Team der Ukraine gehören.

„Der Sondergesandte (Steve) Witkoff und Jared Kushner werden sich  mit ukrainischen Vertretern treffen, um einen neuen, abgestimmten Vorschlag zu erörtern, der alle Aspekte des Konflikts umfasst und darauf abzielt, den Krieg zu beenden“, hieß es von einem hochrangigen US-Regierungsbeamten.

USA bemüht sich um Ende des Ukraine-Kriegs
Begleitet würden sie dabei von nationalen Sicherheitsberatern der E3-Staaten – also Deutschland, Frankreich und Großbritannien – sowie Vertretern der Europäischen Union und der NATO. Russland führt seit Februar 2022 Krieg gegen den Nachbarn Ukraine. Washington bemüht sich seit längerem, einen Friedensschluss zwischen den beiden Kriegsparteien zu erreichen.

Für Selenskyj sind bei den Bemühungen um Verhandlungen mit Russland noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. „Wir befinden uns nicht in einer diplomatischen Sackgasse“, bekräftigte er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit dem britischen Außenminister Ed Miliband.

Zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio bei seinem Besuch in Lissabon bei einer Pressekonferenz gesagt, dass der Ukraine-Krieg derzeit in einer Sackgasse zu sein scheint. In einem Interview der griechischen Zeitung „Kathimerini“ sagte er zudem, dass er derzeit keine Aussichten auf eine Verhandlungslösung sehe.

Selenskyj wirft USA „Unwillen“ vor
Zugleich erneuerte Selenskyj seine Forderung, den Satelliteninternetdienst Starlink über Russland für das ukrainische Militär freizuschalten. Sobald die Ukraine mit ihren Waffen den russischen Himmel dominiere, werde der russische Präsident Wladimir Putin sich an den Verhandlungstisch setzen.

„Warum? Weil er alles verliert. Drei Monate, zwei Monate, und er verliert alles“, sagte Selenskyj. Dabei warf er den USA „Unwillen“ vor, den Kreml zu Verhandlungen zu bewegen. Washington koste eine Freigabe von Starlink gar nichts. Gleichzeitig warnte er vor einem vergleichbaren chinesischen System, das Russland nutzen könne.

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