Vergeltung für Angriff
Ukraine setzt russisches KI-Rechenzentrum in Brand
Erstmals hat die Ukraine ein großes KI-Rechenzentrum in Russland angegriffen. Sprengstoffdrohnen flogen in der Nacht in eine Anlage des russischen Internetkonzerns Yandex. Es war ein Gegenschlag nach den verheerenden Luftangriffen auf die Ukraine am Tag davor.
Der Angriff löste ein Feuer in einem Yandex-Gebäude in der Region Rjasan aus. Der Technologiekonzern bietet mit YandexGPT eines der führenden russischen Modelle für Künstliche Intelligenz (KI) an. Yandex teilte am Donnerstag lediglich mit, dass es einen „Vorfall“ gegeben habe.
Betrieb eingestellt
Der Betrieb des Rechenzentrums sei vollständig eingestellt worden. Das Unternehmen arbeite an der Beseitigung der Folgen und der Wiederherstellung der betroffenen Dienste. Die Kerndienste für Verbraucher seien jedoch nicht betroffen.
In sozialen Medien wurden Bilder des brennenden Gebäudes veröffentlicht:
In der russischen Stadt Salawat in der Region Baschkortostan brach zudem nach dem Absturz von Drohnenteilen ein Feuer auf einem Industriegelände aus, wie örtliche Behörden mitteilten. Es habe keine Verletzten gegeben. Der Betrieb des Unternehmens laufe weiter.
Den ukrainischen Drohnenangriffen ging eine Welle russischer Attacken auf ukrainische Rechenzentren in den vergangenen Wochen voraus.
32 Tote an Putins Geburtstag
Zuletzt hatte Russland am Mittwoch – am 74. Geburtstag von Machthaber Wladimir Putin – die Ukraine mit besonders schweren Luftangriffen überzogen. Nach jüngsten Zahlen kamen dabei 32 Menschen ums Leben. Besonders hart getroffen worden war die Stadt Pryluky in der nördlichen Region Tschernihiw. Allein dort gibt es 22 Todesopfer zu beklagen, weil eine russische Rakete ein fünfstöckiges Wohnhaus zerstörte.
Auch in Kiew wurden nach einem Treffer auf ein mehrstöckiges Wohnhaus zwei weitere Todesopfer geborgen, teilen die Einsatzkräfte mit. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Russland insgesamt 70 Raketen, darunter viele ballistische Flugkörper, sowie zahlreiche Drohnen abgefeuert. Ein Hauptziel sei die ukrainische Energieinfrastruktur gewesen. Selenskyj nannte den Angriff ein „Geburtstagsgeschenk für Putin“.

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