Die Volkswagen-Tochter Audi hat angekündigt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Rüstungsindustrie zu verleihen. Es handle sich um ein freiwilliges Projekt, teilte der Autobauer mit. Dabei gehe es um die ganz oder teilweise in der Rüstung tätigen Unternehmen Diehl, Airbus, MBDA und KNDS.
Der Personaleinsatz soll befristet und regional sein. Die Beschäftigten bleiben dabei bei dem Autobauer angestellt. Ziel sei es, „Beschäftigungsperspektiven für Mitarbeitende zu erweitern, Fachkräftebedarf in der Region gezielt zu unterstützen und die Transformation der Industrie aktiv mitzugestalten“, sagte eine Sprecherin.
Das Angebot richtet sich zunächst an indirekte Tarifmitarbeitende in Ingolstadt, unter anderem Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Mitarbeitende der Werkstätten in der technischen Entwicklung und Qualitätssicherung. Intern sei das Projekt bereits kommuniziert worden, teilte der deutsche Autobauer mit. Ende Oktober hätten die Mitarbeitenden dann die Möglichkeit, direkt mit den beteiligten Unternehmen zu sprechen. Das Interesse an den geplanten Veranstaltungen sei „außerordentlich groß“.
„Nicht genug Arbeit“
Laut der Gewerkschaft IG Metall geht das Projekt auf einen Tarifvertrag zurück, der im April 2026 zu dem Zweck der Überlassung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern geschlossen wurde. „In manchen Betrieben gibt es aktuell nicht genug Arbeit, in anderen fehlen Fachkräfte für die Menge an Aufträgen“, sagt Bezirksleiter Horst Ott. Lägen solche Unternehmen nah beieinander, könne ein vorübergehender Wechsel eine gute Möglichkeit sein. Im anderen Betrieb würden die Beschäftigten das gleiche Entgelt wie zuvor erhalten.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürften aber keine Nachteile haben, wenn sie einen solchen Einsatz ablehnen, ergänzte Ott. Laut einer Studie kann die Rüstungsindustrie allerdings nicht alle Jobverluste auffangen. Im vergangenen Jahr sind 1100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von anderen Branchen in die Rüstung gewechselt. Alleine in der deutschen Autoindustrie gingen im Vorjahr aber etwa 50.000 Arbeitsplätze verloren.
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