Ein Schwan, ein Ritter und ein drohender Krieg: Am Samstag hat im Linzer Musiktheater Richard Wagners Oper „Lohengrin“ die Premiere. Am Pult steht Christoph Koncz, der designierte Musikdirektor des Landestheaters Linz. Er leuchtet die Schwanenritter-Oper musikalisch tief aus.
Mit „Lohengrin“ von Richard Wagner eröffnet das Musiktheater Linz am Samstag seine neue Opernsaison. Damit setzt Linz einerseits seine Wagner-Tradition fort, anderseits wird das Schlüsselwerk der romantischen Oper hier nach 30 Jahren wieder inszeniert.
Damit verbunden ist auch eine personelle Premiere, denn: „Es ist meine erste Neuproduktion am Haus und meine erste Wagner-Oper“, sagt Christoph Koncz, designierter Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz. Er folgt ab der Saison 2027/28 Markus Poschner nach.
Linz macht große Besetzung möglich
Für Koncz sind die deutschsprachigen Opern wichtig, und Lohengrin ein besonderer Anlass, mit dem Orchester intensiv zu arbeiten und die „wunderbaren Möglichkeiten des Hauses“ zur Geltung zu bringen. Das Bruckner Orchester Linz hat der 39-Jährige bereits mehrfach dirigiert.
Koncz leuchtet das musikalisch kontrastreiche Werk tief aus, er experimentiert sogar mit der Höhe des (fahrbaren) Orchestergrabens, und der Platzierung der Musiker darin; die Größe des Werks deuten auch die rund 30 Streicher (darunter 14 Erste Geigen) an sowie drei Chöre (rund 60 Personen), die die Gesellschaft abbilden.
Emotionaler Raum und Bezug zum Heute
Regisseur Michael Schulz will einen „emotionalen Erlebnisraum schaffen, in dem sich die Musik entfaltet.“ Er belässt die Oper textlich in der Zeit ihrer Entstehung, zugleich gibt es starke Bezüge zur Gegenwart, die aber subtiler verankert sind.
„Der Chor bildet eine Gesellschaft ab, die nach einer Person sucht, die sie in die Zukunft führen kann“, sagt er. Im Hintergrund schwele eine ständige „Kriegsdrohung“, auch dass jede intime Handlung oder Begegnung von der Öffentlichkeit beobachtet wird, stellt einen Bezug zum Heute her (Stichwort Social Media). Sogar ein Video mit KI-generierten Figuren kommt vor, allerdings nur als Ergänzung.
Schwan, Engel oder Führer?
In den großen Solopartien singen Michael Wagner (Heinrich der Vogler), Marco Jentzsch (Lohengrin), alternierend Dorothea Herbert und Erica Eloff (Elsa von Brabant) und Julia Faylenbogen (Ortrud). Die Frage nach dem Schwan in der Oper beantwortet der Regisseur mit der Klarstellung, es werde einen „Schwanen-Engel“ geben, der zweifach besetzt ist.
Der bevorstehenden Premiere – krone.at wird am Sonntag darüber berichten – werden weitere zehn Aufführungen folgen.
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