Unfall in Labor?

Pestverdacht: USA und WHO fordern Infos von Russen

Ausland
07.10.2026 07:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach der tödlichen „Lungenentzündung unbekannter Herkunft“ einer Mitarbeiterin an einem Pest-Forschungszentrum in Sibirien sind die WHO und die USA in Alarmbereitschaft. Sie fordern von Russland mehr Informationen zum Fall der Forscherin.

Man habe um weitere Auskünfte gebeten, um die Ursache der schweren Lungenentzündung, den Erreger sowie Medienberichte über einen zweiten Mitarbeiter mit einer Lungenentzündung unbekannter Ursache zu klären, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X mit. Die WHO bot Russland Hilfe bei der Aufklärung der Ursache an. Man stehe mit den russischen Gesundheitsbehörden in Kontakt und habe technische Unterstützung angeboten, teilte Tedros mit.

Trump will mit Putin telefonieren
US-Präsident Donald Trump kündigte unterdessen an, dass er wegen des undurchsichtigen Krankheitsfalls der Laborantin mit Todesfolge mit Kremlchef Wladimir Putin telefonieren wolle. Auf die Frage einer Reporterin, ob er mit Putin über den Fall gesprochen habe, bei dem der Verdacht auf Lungenpest im Raum steht, sagte Trump in Washington: „Ich habe einen Termin für ein Telefonat.“ Es werde sehr bald stattfinden.

Lungenpest

ist eine schwere Form der durch das Bakterium Yersinia pestis verursachten Pest. Sie kann entstehen, wenn sich die Infektion auf die Lunge ausbreitet. Die Erkrankung ist mit Antibiotika behandelbar, wenn die Therapie früh beginnt. Die Pest kommt laut Robert Koch-Institut (RKI) noch in Ländern Afrikas, Amerikas und Asiens vor, in Deutschland nicht.

 

Keine Pesterreger im Körper der Toten gefunden
Die 28 Jahre alte Wissenschaftlerin, die am Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten arbeitete, war am Freitag im Kreiskrankenhaus der Stadt Schelechow bei Irkutsk in Sibirien gestorben. Nach Angaben der für Seuchenbekämpfung zuständigen russischen Behörde ist der Tod der Frau nicht auf einen Pesterreger zurückzuführen. Als Todesursache nannte sie eine „Lungenentzündung unbekannter Herkunft“.

Ersten Medienberichten zufolge könnte es sich um Lungenpest nach einer angeblich versehentlichen Freisetzung des Erregers im Labor handeln. Laut russischen Behörden seien bei den Kontaktpersonen keine hochgefährlichen Erreger nachgewiesen worden und die medizinische Beobachtung aller identifizierten Kontaktpersonen sei abgeschlossen, schrieb der WHO-Chef.

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