Aktuelle Erkenntnisse

Das Heer ist im Einsatz an der Klima-Front

Burgenland
07.10.2026 06:00

Forscher nehmen die Widerstandsfähigkeit vieler Baumarten gegen den Wetterwandel im Wald auf dem Truppenübungsplatz ins Visier. Über aktuelle Erkenntnisse informierte sich die Verteidigungsministerin.

Die Auswirkungen des Klimawandels machen sich unaufhaltsam bemerkbar. Immer öfter und stärker treten Hitzeperioden auf, die lang anhaltende Trockenheit mit sich bringen. Die Folgen der extremen Wetterkapriolen setzen vielen heimischen Baumarten kräftig zu und führen vermehrt zu Schäden.

Flora Grundlage für funktionierendes Öko-System
Dagegen kämpft unser Bundesheer in einer Forschungskooperation mit der Wiener Universität für Bodenkultur (BOKU) an. In einem Versuchswald mit vier Hektar auf dem Truppenübungsplatz Bruckneudorf werden gebietsfremde Baumarten auf ihre Eignung für die klimatischen Bedingungen der Zukunft untersucht.

„Unsere Flora ist eine wesentliche Grundlage für ein funktionierendes Öko-System. Die Erkenntnisse aus dem Versuchswald sollen dazu beitragen, unsere Wälder fitter und widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen“, erklärte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bei ihrer Visite auf dem Truppenübungsplatz, der vollständig im Europaschutzgebiet Neusiedler See – Nordöstliches Leithagebirge liegt.

Vielversprechende Baumarten
Die Partnerschaft mit der BOKU besteht bereits seit 15 Jahren. Darüber hinaus ist der Versuchswald in Bruckneudorf mit wissenschaftlichen Untersuchungen auf internationalem Niveau in der Schweiz und Deutschland verbunden. Gepflanzt wurden Baumarten, die wegen ihrer Anpassungsfähigkeit an das Klima, ihres Holz- und Ertragspotenzials und ihrer nicht invasiven Eigenschaften als vielversprechend gelten. Zu den untersuchten Arten zählen Libanon-Zeder, Griechische Tanne, Hemlocktanne, Troja-Tanne, Orient-Buche, Silber-Linde, Amerikanische Gleditschie, Europäischer Zürgelbaum und Hickory-Arten.

Tanner mit Zapfen, im Hintergrund Brigadier Gernot Gasser.
Tanner mit Zapfen, im Hintergrund Brigadier Gernot Gasser.(Bild: CARINA KARLOVITS)

Die Ministerin griff bei ihrem Besuch selbst zur Schaufel, um die Versuchsfläche um weitere heimische und mediterrane Baumarten zu ergänzen. Neu eingesetzt wurde eine Gruppe von Pinien. Die Mittelmeer-Kiefer ist sowohl für den Wald als auch für die Landwirtschaft in Ostösterreich interessant – Stichwort Agroforstwirtschaft mit Produktion von Pinienkernen. 

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