Tourismusverband-Chaos

Die Schlammschlacht geht in die nächste Runde

Salzburg
06.10.2026 20:00

Die Posse um den Halleiner Tourismusverband (TVB) nimmt kein Ende. Die Fronten sind verhärtet, der Umgangston ungewohnt harsch. Mittlerweile patroulliert vor dem TVB-Büro gar der Sicherheitsdienst. Und: Ein neuen Prüfbericht wirft überraschend viele Fragen auf. . . 

Die „Krone“ berichtete – und danach war nichts mehr, wie es war! Der Halleiner Tourismusverband (TVB) sperrte als Veranstalter zwei Lokalbetreiber mittels blickdichter Bauzäune vom Stadtfest aus, worauf sich die Gastronomen an die Öffentlichkeit wandten. Der Aufschrei war groß. So groß, dass der damalige TVB-Vorstand geschlossen seinen Rücktritt erklärte. Mittlerweile ist gar der Landesrechnungshof mit einer Prüfung des Verbands beauftragt.

Die Atmosphäre ist vergiftet
Die Neuwahl des Vorstands verkommt derweil immer mehr zur Schlammschlacht. Interims-Obmann Alois Schöninger stellt sich am 22. Oktober der Wahl, rund um zwei Halleiner Unternehmer hat sich – wie mehrmals berichtet – eine Gegenliste formiert. Der Umgangston ist rau, die Atmosphäre aufgeheizt.

TVB-Geschäftsführer Rainer Candido steht im Mittelpunkt der Kritik. „Speziell im Internet fallen Äußerungen die ich so einfach nicht hinnehmen will“, sagt Schöninger. Einige seien wohl strafrechtlich relevant. Man prüft, wie man dagegen vorgehen könne. Skurril: Im TVB-Büro marschieren mittlerweile gar Security-Mitarbeiter auf. Dort liegt derzeit eine Liste mit allen Mitgliedern auf, die für die Vorstands-Wahl stimmberechtigt sind. Es sei mit Personen, die die Liste einsehen wollten, zu „unschönen Szenen“ gekommen. Zudem sei man wegen eines Krankheitsfalls derzeit auf die Hilfe von externen Personen angewiesen.

Was steht im Bericht zum heurigen Stadtfest? 
Und schon droht weiteres Ungemach. Denn: Der Finanzkontrollausschusses des TVB hat die Vorgänge rund um das heurige Stadtfest unter die Lupe genommen. Der Inhalt ist noch vertraulich, Schöninger meint: „Der Bericht ist handwerklich schlecht.“ Die „eigenartigen Vorwürfe“ werde man prüfen. Vize-Bürgermeister Josef Sailer (SPÖ) – selbst Ausschussmitglied – meint hierzu: „Seit Minute 1 wurden wir torpediert. Offenbar versucht man, hier etwas unter den Teppich zu kehren.“ Er dürfe zum Inhalt des Berichts nichts sagen. Aber: „Das würde so einiges in ein anderes Licht rücken.“

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