Plötzlich wertlos

E-Moped-Verbot: Stadt muss jetzt Müll einsammeln

Wien
06.10.2026 17:00

Knapp eine Woche nach dem E-Moped-Verbot ziehen Wiens Polizei und die Behörden eine erste Bilanz: Bisher gibt es nur Anzeigen im einstelligen Bereich. Doch es sind neue Probleme aufgetreten

Seit 1. Oktober 2026 sind E-Mopeds, also einspurige ausschließlich elektrisch betriebene Fahrzeuge mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h (Klasse L1e-B) so gut wie verboten und von den Radwegen verbannt – wir berichteten. Dienstagvormittag zogen die Polizei Wien mit der Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt eine erste Bilanz.

Walter Hillerer, Chef der Gruppe Sofortmaßnahmen mit Landespolizeipräsident Gerhard Pürst und ...
Walter Hillerer, Chef der Gruppe Sofortmaßnahmen mit Landespolizeipräsident Gerhard Pürst und Oberst Andrea Anders, interimistische Leiterin der Landesverkehrsabteilung Wien(Bild: Mario Urbantschitsch)

“Die Polizei wird weiter konsequent kontrollieren“
Polizeipräsident Gerhard Pürstl berichtete, dass sich die Menschen an die neuen Bestimmungen halten würden. „Die klaren Regeln tragen bereits erste Früchte“, so Wiens oberster Polizist zufrieden. Das zeigen auch die ersten Zahlen. Im Zuge eines ersten großen Schwerpunktes wurden bisher nur sechs E-Moped-Lenker wegen Verstöße gegen die gesetzlichen Bestimmungen angezeigt. „Die Polizei wird daher auch weiterhin konsequent kontrollieren“, macht Pürstl deutlich.

Darüber hinaus wurden acht E-Scooter auf einem mobilen Rollenprüfstand hinsichtlich ihrer Bauartgeschwindigkeit kontrolliert. Lediglich ein Fahrzeug entsprach den gesetzlichen Vorgaben. Bei den übrigen sieben Fahrzeugen wurden Geschwindigkeiten zwischen 49 km/h und 76 km/h festgestellt. Bei einem weiteren Fahrzeug wurde eine Leistung von 800 Watt statt den erlaubten 600 Watt festgestellt. 

Insgesamt wurden im Rahmen des Schwerpunktes 146 Anzeigen erstattet und 177 Organmandate mit einer Gesamtsumme von 9750 Euro ausgestellt. Einen Großteil der Verstöße machte laut Exekutive die Missachtung des Rotlichts, Telefonierens bzw. Hantierens während der Fahrt sowie das Befahren von Gehsteigen und Fußgängerzonen aus. Dienstag gab es dann noch eine weitere, wienweite Schwerpunktkontrolle. Start dafür war am Universitätsring, direkt vor dem Burgtheater.

Zu auffrisierten E-Bikes, die bis zu 45 km/h oder schneller unterwegs sind, hat die Polizei Wien noch „keine besondere Wahrnehmung“. Doch im öffentlichen Raum sind schon neue Herausforderungen und Probleme entstanden. Walter Hillerer, Chef der Gruppe Sofortmaßnahmen, macht im Gespräch mit der „Krone“ auf die vielen entsorgten E-Mopeds aufmerksam.

Zitat Icon

Manipulierte E-Mopeds sind kein Kavaliersdelikt, sondern ein Sicherheitsrisiko. Auch die illegale Entsorgung, etwa in Wiesen oder Parks, ist strikt verboten.

Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt Wien

50 illegale abgestellte E-Mopeds entdeckt
Rund 50 illegal abgestellte E-Mopeds wurden seit Monatsbeginn vom Büro für Sofortmaßnahmen entdeckt. Etwa in Wiesen oder auch in Parkanlagen. „So ein Stadtbild will ich nicht haben“, macht Hillerer klar. Die gebrauchten E-Mopeds können auf den Mistplätzen der MA 48 entsorgt werden.

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